Von Ostern bis Advent ist bei „Kärntner in Not“ die Zeit des Verteilens. Seit Jahresbeginn hat der von der Kleinen Zeitung getragene und von der BKS Bank unterstützte Verein bereits 132.000 Euro an Not leidende Menschen im Land ausgeschüttet. Im gesamten Jahr 2017 waren es 740.000 Euro. Die Basis dazu liefert jedes Jahr die Hilfsbereitsschaft unserer treuen Unterstützer in der Adventzeit, wobei der Spendenfluss bis Ostern anhält. 155.000 Euro kamen seit Jahresbeginn noch dazu, das ergibt für die Weihnachtsspendenaktion 2017 ein Ergebnis von 690.000 Euro und für das Jahr 2017 insgesamt die Spendensumme von 797.000 Euro.
Dieses großartige Ergebnis ermöglicht „Kärntner in Not“ die Dotierung des Notfallkontos mit 100.000 Euro, weil es unabdingbar geworden ist, für Naturkatastrophen gerüstet zu sein. Die Notwendigkeit zeigte zuletzt wiederum erschreckend der Föhnsturm in Südkärnten.
Individuelle Notlagen
Dank des finanziellen Rückhalts durch die Kleine-Zeitung-Leser steht „Kärntner in Not“ in individuellen Notlagen zur Seite. Zum Beispiel der jungen Witwe und Mutter von drei kleinen Kindern, die wegen des bescheidenen Eigenheims keine Mindestsicherung beziehen kann. Das Haus ist freilich verschuldet, ein Verkauf nicht rentabel. Die Kinder erhalten Waisenrenten, die Mutter mangels Trauschein keine Witwenpension. Mit der Heimarbeit war kein nennenswertes Zubrot zu verdienen. Über eine Überbrückungshilfe und die Übernahme der Trauerbegleitung durch Rainbows ist die junge Frau sehr dankbar und bewirbt sich nun als Schichtarbeiterin.
Schwerpunkt ist auch die Gruppe der Mütter und Väter, die zu Hause schwerbehinderte Kinder pflegen (siehe untenstehende Informationen). Zu Ängsten und massiven Einschränkungen kommen immer finanzielle Sorgen, die bei Alleinerziehenden extreme Not bedeuten: Viele dieser Familien leben ohne Einkommen in totaler Abhängigkeit von Zuschüssen und Beihilfen. Wenn etwa der Jahresbedarf an Windeln 1680 Euro ausmacht, ist das für Alleinverdiener mit 1500 Euro Gehalt ohne Unterstützung ein schweres Problem.
Für den Mindestsicherungsbezieher von 844 Euro ist jede Fuhre Holz zum Heizen eine große Hürde; für die Pensionistin mit Ausgleichzulage (maximal 909 Euro) stellt jede Reparatur oder Nachzahlung ein großes Problem dar. Rund 1000 Not leidende Menschen jährlich hoffen auf Hilfe unserer Solidargemeinschaft. Bis zum Palmwochenende erreichten uns bereits 246 neue Anträge.
Anspruch auf Mindestsicherung prüfen
Pflegegeld ist kein Einkommen, schließlich müssen damit vielfältige Leistungen gezahlt werden: Dauer-Therapien, mobile Pflegedienste, teure Heilbehelfe. Pflegestufe 5 macht 920,30 Euro aus, was einen „außerordentlichen Pflegeaufwand“ voraussetzt. Steigerung gibt es auf die Stufe 6 (1285,20 Euro) und 7 (1688,90 Euro).
Dennoch leben vor allem Alleinerzieher von schwerbehinderten (erwachsenen) Kindern oft davon. Es ist nicht nur schlimm, wenn sich der Partner aus der Verantwortung zieht, sondern auch die finanzielle Basis abgräbt. „Kärntner in Not“ kennt einige solcher Lebensrealitäten. Am meisten betroffen sind Mütter, die in die Aufgabe der aufopfernden Pflege über die Jahre hineinwachsen, dabei übersehen, dass sie selbst keine Absicherung haben. Denn Ansprüche auf Arbeitslosengeld fallen schnell weg. Deshalb ist es wichtig, zu prüfen, ob Anspruch auf Mindestsicherung besteht, zudem gewährt das Land Pflegezuschüsse. Zumindest die freiwillige Pensionsversicherung kann übernommen werden. Erster Ansprechpartner für Beratungen ist die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung (Gratishotline 0800 205 230).
Pflege-Stammtisch
Pflegende Angehörige nehmen oftmals eine hohe psychische und physische Belastung auf sich, um pflegebedürftigen Familienmitgliedern das Leben zuhause zu ermöglichen. Unterstützung bietet dabei unter anderem der „Stammtisch für pflegende Angehörige“. Einmal im Monat gibt es dabei die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Bei den monatlichen Treffen der Angehörigen ist auch eine Pflegefachkraft dabei. Das Land Kärnten möchte die Pflegestammtische noch weiter ausbauen. Nähere Informationen gibt es unter: 050536 - 15138 (Ansprechpartnerin Ruth Andrea Gerl).