Das System, "das die Außenwelt im Anlassfall durch laute Signale aufmerksam macht", sei auf Anraten der Polizei implementiert worden, hieß es. In Notfällen könnten die Betreuerinnen und Betreuer die Scheibe des Alarmsystems einschlagen. Zusätzlich sind alle Betreuerinnen und Betreuer "vor Ort auf spezielle Festhaltetechniken, Deeskalationstechniken und Selbstverteidigung geschult", erklärte der Sprecher. Der für die Betreuung zuständige Verein geht in seinem Konzept davon aus, "dass es vor allem am Beginn des Aufenthalts zu stärkeren Widerständen kommt und Mitarbeit verweigert wird.
Die Selbstverteidigungsschulungen finden laut dem Büro der Stadträtin in regelmäßigen Abständen statt. "Dadurch soll ein Höchstmaß an Sicherheit hergestellt werden", heißt es in dem der APA vorliegenden Konzept zu der Einrichtung. Wobei stets auf den Grundsatz des gelindesten Mittels zu achten sei, wie in dem Papier ausgeführt wird.
Digitale Medien sind in der Wohngemeinschaft laut dem Sprecher nicht erlaubt. Der vor rund einer Woche aufgenommene 13-Jährige musste sein Handy zu Beginn des Aufenthalts abgeben. In dem Haus steht ihm ein Mobiltelefon mit den Nummern seiner Eltern sowie der Kinder- und Jugendanwaltschaft zur Verfügung.
Unterrichtet werden die Kinder von Heilstättenlehrern. Das freizeitpädagogische Angebot umfasst laut dem Konzept unter anderem ein Trampolin, Besuche in einem Klettergarten, Bogenschießen, Basteln/Werken oder tiertherapeutische Angebote. Ergänzend dazu stehen unter anderem Ergotherapie, Psychotherapie, gewaltpräventive Maßnahmen oder Musiktherapie auf dem Programm.
Zudem seien die Kinder in die Erstellung des Speiseplans eingebunden und kochen gemeinsam mit den Betreuern. Die Mahlzeiten finden drei Mal am Tag in gemeinsamem Rahmen mit dem Personal statt. Ein Aufenthalt in dem Haus am Stadtrand Wiens kann bis zu zwölf Wochen dauern. Gedacht ist die Maßnahme für Kinder, die wiederholt schwere Taten gesetzt haben.
An dem österreichweiten Pilotprojekt mit Kosten von fast einer Million Euro pro Jahr hatten bereits das Vertretungsnetz, die Volksanwaltschaft, Personalvertreter innerhalb der Stadt Wien sowie die Opposition Kritik geäußert.