Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit. "Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!" Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb bloß, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.
Zuvor hatte das US-Militär allein am Mittwoch zwei Angriffswellen gegen den Iran gestartet, die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit), wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Mit den Angriffen solle die Fähigkeit des Irans eingeschränkt werden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Konkretere Angaben zum Ziel der Angriffe machten die Streitkräfte zunächst nicht.
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden.
Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle der USA auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt, aber beide Länder sind im Krieg immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.
In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort Schritte zur Deeskalation zu unternehmen und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten "katastrophale Konsequenzen", warnte er. Zudem forderte Guterres erneut, dass der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sichergestellt werden müsse.
Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.
Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, gegen die Seeblockade zu verstoßen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.
Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine Seeblockade gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren. Diese wurde dann aber im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran Mitte Juni aufgehoben. Während dieser früheren Seeblockade hatte das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 140 Schiffe umgeleitet und neun Schiffe manövrierunfähig gemacht, deren Besatzungen nicht kooperieren wollten.
Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendiere, aber noch keine endgültige Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen habe. Optionen sind demnach, die Luftangriffe auszuweiten, Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln nahe der Straße von Hormus einzusetzen sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist. Trump hatte jüngst mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.
Der US-Präsident hatte dem Iran zudem einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump am Mittwoch: "Ich mag es nicht, Fristen zu setzen."
Am Dienstag hatte Trump einem Interview des US-Senders Fox News noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln". Er kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Am Mittwoch wiederholte Trump dann seine Behauptung, der Iran wolle "unbedingt" eine Vereinbarung zur Beilegung der Kämpfe schließen. "Ihnen gefällt nicht, was wir tun, und sie wollen die Sache tatsächlich beilegen", teilte Trump mit. "Wir werden sehen, ob wir uns mit ihnen einigen oder ob wir die Sache einfach zu Ende bringen."