Die Sommerzeit ist in den USA ähnlich umstritten wie in Europa. In den 1960er Jahren eingeführt, wurde ihre Dauer sukzessive ausgedehnt. Aktuell dauert sie von Anfang März bis Anfang November, also rund zwei Drittel des gesamten Jahres.

Infolge der ersten Ölkrise sollte es 1974/75 versuchsweise eine permanente Sommerzeit geben, doch wurde das Experiment nicht durchgehalten. Nach Protesten wurde das Experiment zwischen Oktober 1974 und Februar 1975 unterbrochen. In den darauffolgenden Jahren setzte man darauf, die Dauer der ursprünglich von Ende April bis Ende Oktober geltenden Sommerzeit schrittweise auszudehnen.

Sollte der am Dienstag beschlossene Gesetzesentwurf in Kraft treten, würde die Anfang November geplante Rückkehr zur Normalzeit ausfallen. Für kritische Staaten enthält das Gesetz eine Ausstiegsklausel aus der permanenten Sommerzeit. Schon jetzt beteiligen sich nicht alle US-Staaten und Territorien an der Zeitumstellung. So gibt es in Arizona (mit Ausnahme der Navajo-Gebiete), Hawaii und Überseegebieten wie Puerto Rico keine Sommerzeit.

In Europa wird seit Jahren um die Abschaffung der Zeitumstellung gerungen. Eine von der EU-Kommission diesbezüglich veranstaltete Befragung zeigte eine deutliche Unterstützung der Bürger dafür, die Regierungen der EU-Staaten kommen aber bei der Suche nach einer Alternativlösung auf keinen gemeinsamen Nenner.

In Österreich zeigte eine im März durchgeführte market-Umfrage, dass vier Fünftel die Zeitumstellung ablehnen. Als Alternative hat die permanente Sommerzeit die Nase vorne. 54 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich, dass die Sommerzeit für immer beibehalten wird, 26 Prozent möchten eine dauerhafte Normalzeit und nur 20 Prozent eine Fortsetzung der saisonalen Zeitumstellung.