„Es soll schön und würdevoll werden, das ist uns wirklich ein Anliegen“, sagt Stefan Kompacher von „Pro Bim“. Der Grazer hat eine Spendenaktion für einen kürzlich völlig überraschend verstorbenen Freund und Mitkämpfer ins Leben gerufen: Martin Wolf (1970–2026) wurde vor knapp zwei Wochen tot in seiner Wohnung gefunden.
Wolfs Leben waren die öffentlichen Verkehrsmittel: Er hatte sich schon immer für Züge, Straßenbahnen und Busse begeistert, die er leidenschaftlich gerne fotografierte. Sein dokumentarisches Wissen über nahezu alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Steiermark war bekannt. Berichte über Sonderfahrten, neue Fahrzeuge, historische Triebwagen oder Ausbauprojekte veröffentlichte er seit 2016 auf seiner Seite styria-mobile.at.
Der Öffi-Ausbau war ihm ein großes Anliegen – 2017 war er einer der Mitgründer der Initiative „Pro Bim“, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Straßenbahnausbau in Graz unter der schwarz-blauen Regierung voranzutreiben. Hier und in der Interessensvertretung „Fahrgast Steiermark“, in der er als stellvertretender Generalsekretär fungierte, war er bis zuletzt ein leidenschaftlicher Kämpfer für neue Linien und Strecken geblieben.
Kurz vor dem 1. Juli starb Wolf völlig überraschend aus ungeklärter Ursache. Er hinterließ seinen Vater. Um seiner Familie in dieser schweren Zeit etwas Unterstützung zu geben und gemeinsam einen würdevollen Abschied zu ermöglichen, riefen seine Mitstreiter eine Spendenaktion für das Begräbnis ins Leben. „Jede noch so kleine Unterstützung hilft dabei, die mit dem Begräbnis verbundenen Kosten mitzutragen“, heißt es. Die Spendenbereitschaft war bereits groß, von geschätzten 8000 Euro kamen binnen weniger Tage schon mehr als 5500 herein. „Falls wir mehr als benötigt bekommen, spenden wir es in Martins Namen an Organisationen, die ihm wichtig waren“, sagt Kompacher. Darunter wäre etwa das Tramway-Museum, aber auch Tierschutzorganisationen – Wolf war ein großer Katzenfreund.
Die Verabschiedungszeremonie ist für Dienstag, 21. Juli 2026, 16 Uhr, am evangelischen St.-Peter-Stadtfriedhof (Petersgasse) geplant, auch eine Sonderfahrt mit einem Wagen des Tramway-Museums ist angedacht.