Die Existenz des Papiers war bereits durch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bestätigt worden, der U-Ausschuss hatte dieses offiziell aber nicht zu Gesicht bekommen. Die FPÖ versuchte zweimal ergebnislos, das Dokument zu beantragen. Der "Whistleblower" stehe "unter absolutem Hinweisgeberschutz", betonte der freiheitliche Fraktionsführer. Der Übermittler sei selbst im Ministerium tätig und eine vertrauenswürdige Person.
Auch zeigte sich Hafenecker von der Echtheit des Papiers überzeugt. Erstellt worden sei es von einer Anwaltskanzlei mit angeblicher ÖVP-Nähe. Umso überraschender seien angebliche faktische Fehler, die sich durch das Dokument ziehen würden. Inhaltlich handle es sich um einen reinen "Fragenabwehrbaukasten", mit dem das Innenministerium versuche, die Legislative, also das Parlament, auszuhebeln.
Die Vorbereitungsunterlage sei bei Schulungen für bereits geladene, aber auch mögliche Auskunftspersonen für den Pilnacek-U-Ausschuss verwendet worden, die Anfang Jänner 2026 stattgefunden haben. Die Einladungen dafür seien durch die jeweiligen Vorgesetzten der jeweiligen Polizisten und Polizistinnen oder Angehörigen des Ministeriums erfolgt, berichtete Hafenecker. Für ihn ist damit klar: "Die politische Einflussnahme ist in diesem Fall amtlich belegt."
Karner habe nun bis Freitagabend Zeit, die Unterlage selbst an den U-Ausschuss zu übermitteln, betonte Hafenecker. Ansonsten "werden wir Freiheitliche das Papier an den U-Ausschuss liefern", kündigte er an.