Als die Stadt Klagenfurt das Senioren- und Pflegeheim Hülgerthpark selbstständig verwaltete, waren dessen Zahlen tiefrot. Rund 700.000 Euro betrug das jährliche Minus – diesen Ballast wollte die Caritas verständlicherweise nicht mittragen, als sie Ende 2024, wenige Wochen vor Ablauf aller Bewilligungen, das Heim übernahm, es in „Haus Magdalena“ umtaufte und die Zwangsschließung verhinderte. Der Deal: Die Caritas verhindert den Super-GAU, dafür zahlt die Stadt fünf Jahre lang jährlich bis zu 600.000 Euro dazu. Eine Abmachung, die in dieser Dimension nicht notwendig war.
Denn das erste Jahr unter der Caritas-Ägide verlief besser als erwartet. Der Jahresabschluss 2025 des Heims offenbart laut Pressemeldung der Stadt eine städtische Abgangsdeckung von „nur“ 77.894 Euro. Die Caritas erspart dem Steuerzahler somit 522.106 Euro.
Mehrere Faktoren ausschlaggebend
Wie sie das geschafft hat? Durch das „Zusammenwirken mehrerer Faktoren“, sagt Marion Auer-Fercher, die kaufmännische Geschäftsführerin der Caritas Kärnten. Die Integration in das bestehende Netz aus zwölf Senioren- und Pflegeheimen in Kärnten sei das ausschlaggebende Element. Dadurch konnten die Organisation optimiert, die Ressourcensteuerung effizient gesteuert sowie der zentrale Einkauf genutzt werden.
Im Haus Magdalena arbeiten derzeit 55 Personen, die sich um 92 Bewohner kümmern. 31 Mitarbeiter übernahm die Caritas von der Stadt. Als erste Signale eines Caritas-Engagements laut- und sichtbar wurden, äußerten sich viele von ihnen kritisch der Caritas gegenüber. Nach der Übernahme verstummten die lauten Töne. „Die Caritas schätzt die Erfahrung und Kompetenz der Mitarbeiter, die wesentlich zum erfolgreichen Betrieb des Hauses beitragen“, sagt Auer-Fercher. Glücklich zeigt sich auch Hubert Menschick. „Das Versprechen, dass sich nichts zum Negativen ändern wird, wurde eingehalten. Das Haus entwickelte sich weiter“, sagt der Bewohnersprecher, der speziell Heimleiterin Ina Dzino dafür verantwortlich macht. Diese sei bemüht, alle Anliegen zu berücksichtigen. Streitereien und Turbulenzen, die vor der Übernahme für Unruhe im Heim gesorgt haben, nehme Menschick nicht mehr wahr.
Bürgermeister freut sich
Ob das unerwartet kleine Minus eine einmalige Sache war, wird sich zeigen. Schon jetzt steht aber fest, dass die Kompetenzen der Landeshauptstadt nicht im Betrieb eines Seniorenheims gelagert sind. „Die Übertragung an die Caritas hat sich auf ganzer Linie als positiv herausgestellt. Sei es die Lebensqualität – die Bewohner zeigen sich hochzufrieden – oder eben auch in finanzieller Hinsicht“, sagt Bürgermeister Christian Scheider (FSP), der diese betriebswirtschaftliche Ohrfeige gegen die früheren städtischen Verantwortlichen als „wahre Erfolgsstory“ bezeichnet. Ob und wann das Heim, das am geplanten Neubau arbeitet, positiv bilanzieren wird, lässt die Caritas offen. Der kostendeckende Betrieb hänge von mehreren Faktoren ab, die laut Auer-Fercher „derzeit nicht seriös prognostiziert werden können“.