So ist das manchmal im Sport. In der ersten Runde von Wimbledon drohte Jannik Sinner bereits der Abschied aus dem Turnier, ehe er gegen den Serben Miomir Kecmanovic im fünften Durchgang gerade noch die Kurve kratzte. Knapp zwei Wochen später strahlte der Sextener nun im Tennis-Mekka mit der Siegertrophäe um die Wette.
Ja, Freud und Leid können im Spitzensport eng beieinander liegen. Und am Ende entscheiden oft nur Kleinigkeiten, die einen Champion vom Rest des Feldes abheben. Umso beeindruckender ist es, dass Spieler wie Sinner Woche für Woche nicht nur der spielerischen, sondern auch der mentalen Last standhalten. So beherrscht die Meinung der Öffentlichkeit über Ausnahmekönner eine Selbstverständlichkeit des Gewinnens, die es den Sportlern nicht erlaubt, auch einmal als Verlierer vom Platz zu gehen.
Passiert es dennoch, ist der Aufschrei groß. Krisen, Krankheiten bis hin zu möglichen Gendefekten werden als mögliche Erklärungen für das Eintreten des Undenkbaren in Erwägung gezogen. So wie es bei Sinners Zweitrunden-Aus bei den French Open war.
Dabei vergisst man schnell, dass auch die Superstars des Sports am Ende des Tages nur Menschen sind.