Ein Brand an einer der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands hat den Fern- und Regionalverkehr zwischen Köln und Düsseldorf massiv beeinträchtigt. Nachdem zunächst die Ursache des Feuers unklar war, verdichten sich inzwischen die Hinweise auf einen gezielten Sabotageakt. Die Ermittlungen führt der Staatsschutz.
Das Feuer war am Freitagnachmittag an einer Böschung entlang der Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen ausgebrochen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden mehrere Signalkabel an zwei verschiedenen Stellen beschädigt. Zahlreiche ICE-Züge mussten umgeleitet werden, zudem kam es zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Die Strecke blieb bis Samstag gesperrt und konnte erst nach umfangreichen Reparaturarbeiten wieder freigegeben werden.
Bekennerschreiben im Internet
Für zusätzlichen Verdacht sorgte ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben. Darin reklamiert ein sogenanntes „Kommando Angry Birds“ die Tat für sich. Nach Einschätzung der deutschen Behörden gilt das Schreiben als authentisch. Die Gruppe war bereits in der Vergangenheit mit Anschlägen auf Bahnanlagen und andere Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen in Erscheinung getreten und verfolgt nach eigenen Angaben eine radikal technikfeindliche Ideologie.
Die Polizei prüft nun mögliche Zusammenhänge mit früheren Sabotageakten. Bereits im Sommer 2025 war eine wichtige Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg nach einem Brandanschlag mehrere Tage lang gesperrt. Zudem bekannte sich dieselbe Gruppierung Anfang des Jahres zu einem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk bei Düsseldorf.
Erhebliche Schäden
Die Deutsche Bahn sprach von erheblichen Schäden und kündigte an, die beschädigten Anlagen schnellstmöglich instand zu setzen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, eng mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Die Ermittlungen zur Brandursache und zu den Hintergründen des mutmaßlichen Sabotageakts dauern an.