Es gleicht einem Comeback im Grazer Gemeinderat. Mit der konstituierenden Sitzung am 27. August wird die Grazer FPÖ wieder einen Stadtrat und sechs Gemeinderäte stellen. Zuletzt blieb mit Günter Wagner ja nur mehr ein blauer Einzelkämpfer über, nachdem sich 2022 der KFG von der FPÖ abgespalten hatte und drei Mandate und den Stadtratsposten mitgenommen hat.
Neuer Stadtrat wird René Apfelknab, der dank zahlreicher Nebengeräusche – Parteiausschlüsse und Wohnsitzfragen – einen schwierigen Wahlkampf hinter sich hat und mit 12 Prozent deutlich unter den Erwartungen blieb. Sein Team hat er im Wesentlichen schon beisammen, als Büroleiter gilt Andreas Wurzinger als gesetzt, der derzeit Geschäftsführer der Grazer Stadtpartei ist. Die restlichen Mitarbeiter seien noch offen, je nachdem, welche Ressorts man zugeteilt bekommt.
Neuer FPÖ-Klubchef ist Wolfgang Lueger
Im Gemeinderat kann man künftig sechs Sitze besetzen. Oberster Blauer vulgo Klubchef wird Wolfgang Lueger. Er arbeitet im Büro von Landesrat Stefan Hermann. Damit ist sichergestellt, dass die Autonomie der Stadtpartei gleich null ist. Oder anders formuliert: Die Landespartei hat die Stadt-FPÖ unter ihre Fittiche genommen. Neben Lueger sind noch Dominik Hausjell (bei Claudia Holzer) und Jürgen Angerer (bei Hannes Amesbauer) bei freiheitlichen Landesräten angestellt – damit sind drei der sechs Mandatare beruflich mit der Landespartei verbandelt.
Die übrigen Gemeinderäte sind alle weiblich: Jasmin Dawkins, Hedwig Staller und Elisabeth Graf. Eine Frauenquote von 50 Prozent, die bei der FPÖ heraussticht.
FPÖ-Straßbauer ist nicht mehr parlamentarischer Mitarbeiter
Personelle Veränderung gibt es im Freiheitlichen Klub im Nationalrat. Der Grazer Noah Straßbauer ist nicht mehr als parlamentarischer Mitarbeiter der Abgeordneten Andrea-Michaela Schartl beschäftigt. Straßbauer, Landesobmann der Freiheitlichen Jugend, hatte zuvor Kritik für ein Video geerntet, in dem er vor einer Schule in Gries vom „Bevölkerungsaustausch“ und von „Remigration“ sprach. Die Plattform „Stoppt die Rechten“ zeigte ihn wegen Verhetzung an. Auf Ermittlungen verzichtete die Staatsanwaltschaft Graz aber mangels Anfangsverdacht. Seinen Job ist er los, aber in der Partei darf Straßbauer bleiben. Die Landes-FPÖ plant kein Ausschlussverfahren.