Der COGAT-Beamte verwies auf einen Bericht seiner Behörde, wonach seit dem Beginn der Waffenruhe im Oktober 2025 bis zum 7. Juni 2026 rund 1,78 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Gazastreifen geliefert worden seien. Diese Mengen lägen deutlich über allen vom Welternährungsprogramm WFP veröffentlichten Richtwerten für den humanitären Lebensmittelbedarf in Gaza. Die Lebensmittelpreise seien seit September 2025 um 72 Prozent gefallen.

Auch die Wasserversorgung sei mit 40 Litern pro Kopf und Tag doppelt so hoch wie der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO, sagte der Beamte. Unabhängig überprüfen ließen sich seine Angaben zunächst nicht.

Dagegen hieß es in einem Bericht des Welternährungsprogramms WFP vom 9. Juni, die Ernährungsunsicherheit sei weiterhin gravierend. Die Situation sei von hohen und schwankenden Preisen sowie anhaltenden Schwierigkeiten beim Zugang zu ausreichenden und abwechslungsreichen Lebensmitteln geprägt. Aufgrund von Militäroperationen, Luftangriffen und Vertreibungen blieben humanitäre Einsätze eingeschränkt.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF erklärte, die Trinkwasserversorgung erreiche je nach Zugangsmöglichkeiten und Betriebsbedingungen bis zu 1,5 der rund 2,1 Millionen Menschen. Trotz aller Bemühungen litten 82 Prozent der Familien unter Wasserknappheit. Sieben von zehn Familien seien nicht in der Lage, die Mindestmenge von sechs Litern pro Person und Tag für Trink- und Kochzwecke zu beschaffen.

Die 1967 gegründete und dem Verteidigungsministerium unterstellte COGAT verwaltet zivile Angelegenheiten im besetzten Westjordanland und Gazastreifen - etwa medizinische Genehmigungen oder humanitäre Hilfskonvois. Wie die Tageszeitung "Times of Israel" berichtete, stufen Befürworter der COGAT diese als unerlässlich ein, um Sicherheit und humanitäre Verpflichtungen miteinander zu vereinen.

Andererseits behaupten Kritiker, dass COGAT anhand von Genehmigungen das Leben von Palästinensern kontrolliere. "Die COGAT ist die unsichtbare Hand, die entscheidet, ob man studieren, arbeiten oder medizinische Versorgung erhalten kann", sagte die palästinensische Wissenschafterin Dr. Hanan Odeh gegenüber der "Times of Israel". "Das ist nicht nur Bürokratie - das ist Macht über unser Leben."