Im vergangenen Jahr wurde er gesetzt, jetzt ist er schon wieder Geschichte – der Wunschbaum des Kindergemeinderates im Rathauspark Schladming. Denn Unbekannte hatten das Bäumchen in der Nacht auf vergangenen Freitag, 3. Juli, umgeschnitten und „zerfledert“, wie es Vizebürgermeisterin Maria Drechsler ausdrückt. Dazu sagt sie: „Es tut bis ins Mark hinein weh, wenn etwas angegriffen wird, das von Kindern errichtet worden ist.“
„Großer Ärger und völliges Unverständnis, warum man so etwas tut“, herrschen auch bei Bürgermeister Hermann Trinker. Man habe in der Stadtgemeinde immer wieder mit Vandalismus zu tun. „Vor allem dort, wo nicht so viele Fußgänger vorbeikommen, das sind unangenehme Erscheinungen.“ Dass sich jemand aber genau dieses Bäumchen vorgenommen habe und das „gerade jetzt, wo der Kindergemeinderat verabschiedet worden ist, ist besonders schrecklich“.
Wegen buntem Zebrastreifen?
In Schladming munkelt man, dass der Vorfall etwas mit der Entscheidung für einen Regenbogen-Zebrastreifen im Bereich zwischen Volksschule und Rathausplatz zu tun habe, die der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung am 1. Juli getroffen hatte. (wir berichteten) „Ich halte das für Spekulation, daran will mich nicht beteiligen“, sagt Bürgermeister Trinker. Ebenso sieht es Drechsler.
Sie kündigt an, mit dem bunten Zebrastreifen, den sich der Kindergemeinderat gewünscht hatte, werde auch ein neues Bäumchen kommen. „Wir haben schon jemanden, der es spendet.“ Sie hofft dann auf mehr Respekt vor dem Eigentum anderer: „Es hat niemand irgendwo etwas umzuschneiden, vor allem war der Wunschbaum ein Symbol auch noch. Es war gedacht, dass die Kinder den Baum wachsen sehen und mit ihm wachsen.“
Der Vorfall werde auch angezeigt, erklärt der Bürgermeister abschließend. Er bittet um Hinweise, sollte jemand in der Nacht auf den 3. Juli etwas Verdächtiges bemerkt haben.