Es seien immer „Göttinnen“, bemerkte Gerald Brettschuh einmal auf die Frage nach den Frauengestalten in seinen Bildern von Landschaften. Wenngleich zugrunde liegendes Motiv, sind diese Landschaften nicht selbstverständlich als die der Region um Arnfels, dem Lebensmittelpunkt des Künstlers, zu identifizieren. Malerisch verfremdet erscheinen sie, bevölkert von Fabelwesen, „Göttinnen“, Hirten und Tieren während der Jahreszeiten einer erfundenen Zeit, im prallen Sonnenschein oder nachts bei Mondlicht.

Anlässlich seines 85. Geburtstags richtet das Greith Haus dem Maler und Bildhauer eine umfassende Werkschau aus. Im Zentrum stehen dabei die großformatigen Schäferstücke (Pastorale) in Öl, zudem grafische Aktdarstellungen aus den vergangenen Jahren im großen Saal und – ein ganzer Raum im Erdgeschoss – in diesem Jahr angelegte Stillleben in Leimfarbe auf Papier. Deren Motive sind kleine hölzerne Kühe, Metallpferdchen und Alltagsgegenstände aus dem Haus des Künstlers, die er, publiziert in einem vor 20 Jahren erschienenen Buch „Mein Spielzeug“, noch als zusammengefügte Skulpturen ausgeführt hat.

„Sommernacht“, 2003, Öl auf Leinwand
„Sommernacht“, 2003, Öl auf Leinwand © Wenzel Mraček

Gerald Brettschuh, betont Kunsthistoriker Günther Holler-Schuster in einer Begleitschrift zur Ausstellung, bleibt stets bei dem, was ihn umgibt. Das ist das „Zeug“ in seinem Haus und es sind die durchwanderten Landschaften der Windischen Bühel, Remschnigg und Pongratzenberg, die in seiner Malerei zu zeitlosen bukolischen Gegenden umgeformt sind, in denen der Künstler manchmal selbst auftaucht. Im Mondschein einmal, mit dem Fahrrad an der Hand auf die Hügel mit alten Bauernhäusern blickend oder, in der Gegend des Remschnigg, mit freiem Oberkörper an der Staffelei zugange und umgeben von mystischen Wesen und Göttinnen. Nichts nämlich malt Gerald Brettschuh, das er nicht selbst gesehen hat.

Gerald Brettschuh. Pastoralen. Bis 24. August, Greith Haus, St. Ulrich/Greith, Kopreinigg 90. greith-haus.at