Seit Trainingsstart am 17. Juni waren Emanuel Aiwu und Niklas Geyrhofer nicht beim Mannschaftstraining des SK Sturm dabei. Man suche bestmögliche Lösungen für die Spieler hieß es. Was so viel bedeutet: Die beiden Spieler sollen sich bitte einen neuen Verein suchen. Bei Geyrhofer ist die Thematik aktuell eine besondere, weil der Verteidiger aufgrund von Knieproblemen ohnehin ein gesondertes Programm abspult. Aiwu sowie Amady Camara, der auch nicht im Trainingscamp nach Irdning mitgenommen wurde, sind jetzt wieder dabei im Mannschaftstraining – und zwar im Bundesliga-Kader und nicht mehr bei der zweiten Mannschaft.
Aiwu schaltete die Spielervereinigung (VdF) ein und forderte sein Recht ein, als Profi im Profibetrieb trainieren zu können. Dass auch die zweite Mannschaft in der 2. Liga ein Profibetrieb ist, könnte jetzt ausjudiziert werden. „Zielen Maßnahmen darauf ab, einen Spieler zu einem Wechsel oder einer vorzeitigen Vertragsauflösung zu drängen, bewegen wir uns aus unserer Sicht im Bereich von Diskriminierung“, sagte VdF-Vorsitzender Gernot Baumgartner.
Abschiebung ist eine Bezeichnung, die den Verantwortlichen beim SK Sturm sauer aufstößt. Man hat kein Interesse, einen Rechtsstreit auszutragen. Man wolle im besten Einvernehmen nach Lösungen für alle Beteiligten suchen. „Wir gehen ehrlich und transparent mit den Jungs um, damit jeder weiß, welche Rolle er einnimmt. Wir haben offen mit ihnen kommuniziert, dass wir nicht mehr mit ihnen planen. Deswegen sind wir darum bemüht, dass die Jungs etwas finden, wo sie eine wichtige Rolle spielen können in ihrer sportlichen Entwicklung“, sagte Trainer Fabio Ingolitsch und erklärte weiter: „So lange sie bei uns sind, bekommen sie die bestmögliche Betreuung. Es ist nie etwas vorgefallen, es ist rein eine sportliche Entscheidung und mit der gehen wir auch alle sehr professionell um.“