Es war ein langes Hin und Her zwischen der Österreichischen Gesundheitskasse und der Wohnbaugruppe Ennstal, erst im Vorjahr konnte punkto Gesundheitszentrum eine Einigung erzielt werden. Nun gibt es erneut gute Nachrichten. Wie die ÖGK auf Anfrage mitteilte, werde man noch heuer, und zwar ab Anfang November, am Liezener Bahnhofweg die ersten Patientinnen und Patienten begrüßen. Offizielle Eröffnung: 3. Dezember.
Beschlossen wurde der Neubau des Physikalischen Ambulatoriums bereits 2018 – noch von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse. Es ersetzt jenes in der Ausseer Straße, das schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. 2019 gab es dafür auch vom Gesundheitsministerium grünes Licht. Dem Baubeginn im Jahr 2020 machte jedoch Corona einen Strich durch die Rechnung.
Der „Liezener Krater“
2021 wurde zwar der ehemalige Kastner & Öhler am Standort abgetragen, zu einem Baustart kam es aber auch in den drei Folgejahren nicht. Pandemie und Ukrainekrieg hatten die Kosten so stark in die Höhe getrieben, dass der Bauträger das Vorhaben aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Angriff nehmen wollte. Die ÖGK aber beharte auf Einhaltung des noch vor diesen Ereignissen geschlossenen Vertrags.
Lange klaffte am Bahnhofweg eine Baugrube, die bald als „Liezener Krater“ bezeichnet wurde. Im Frühjahr 2025 entschloss sich die Wohnbaugruppe dann trotz noch fehlender Einigung mit der ÖGK, zu bauen. Man wolle, so Vorstandsdirektor Wolfram Sacherer, unabhängig davon die über dem Gesundheitszentrum geplanten Wohnungen errichten. Einige Monate später sollte auch die Einigung mit der Gesundheitskasse glücken.
„Gefühlt unendliche Geschichte“
Die 36 Wohnungen – 35 geförderte Miet- und eine Eigentumswohnung – wurden am Montag im Beisein von Wohnbaulandesrätin Simone Schmiedtbauer übergeben. „Eine gefühlt unendliche Geschichte ist damit zu einem Ende gekommen“, freute sich Bürgermeisterin Andrea Heinrich. Wohnbaugruppe-Vorstandsdirektor Sacherer scherzte: „Ich habe bei diesem Vorhaben noch ein paar graue Haare mehr bekommen.“ Das Gesamtinvestitionsvolumen am Bahnhofweg: rund 15 Millionen Euro.