Es ist eine Tatsache, dass Hollywood sich gerne unter dem Deckmantel kritischer Selbstreflexion selbst feiert. Filme wie „Babylon“, „The Artist“, „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „La La Land” erheben mahnend mit dem Zeigefinger, nur um dann mit viel Schmalz die Magie der Traumwerkstatt in ungeahnte Höhen zu hieven. Was sind wir, wenn wir nicht von Filmen träumen? Geschichten erzählen wollen?

Im Fall des Minion James sehr wenig. In „Minions & Monster“, dem dritten Ableger der „Ich, einfach unverbesserlich“-Reihe, sind die kleinen gelben Chaoten wieder einmal auf der Suche nach einem dunklen Meister, dem sie dienen können. James hingegen möchte am liebsten den ganzen Tag nur Geschichten erzählen und malt eifrig bedrohliche Monster, denen er und seine Schar sich stellen müssen, in sein Notizbuch.

Durch die Jahrhunderte führt der Weg die Minions schließlich ins Kalifornien der 1920er-Jahre, wo James und sein bester Freund Henry einen Filmdreh des Regisseurs Max (Stimme von Christoph Waltz) ruinieren. Die Studiobosse Frank und Elwood (Jeff Bridges), eine eindeutige Anspielung auf die Warner Brothers, sehen sofort das Filmstar-Potenzial der gelben Truppe. Auch sonst wird der Film nicht müde, so ziemlich jeden Meilenstein der Filmgeschichte zu zitieren. Ob die Lumière-Brüder oder George Mélies, Charlie Chaplin oder Orson Welles, die Erwachsenen im Publikum werden einige „Aha“-Moment haben. Auch wenn sich diese augenzwinkernden Anspielungen schnell abnutzen.

Der Rest wirkt wie eine Kopie von „Babylon“ oder „The Artist“. Ein Stummfilmstar zu sein ist eine Sache, die dunkle Bedrohung der „Talkies“ wird auch die Minions unter sich begraben. Um ihre Karriere in den Tonfilm zu retten, beschließen Henry und James, selbst einen Film zu drehen. Zwar gibt es wie immer im Filmbusiness kein Budget für Effekte, aber sie haben ja dieses magische Monsterbuch voller Kreaturen, wie ein H. P. Lovecraft sie sich nicht besser hätte ausdenken können. Aber leider, lieber James: Oscarwürdig sieht anders aus. Gerade diesen wichtigen Meilenstein einer Hollywoodkarriere hätte er sich so gewünscht.