„Im Ernstfall hätte uns hier ein absolutes Horrorszenario gedroht“, sagt Thomas Riesenhuber, Ortsstellenleiter der Bergrettung Windischgarsten. Denn am Wochenende machten die Einsatzkräfte an der Kampermauer am Hengstpass eine Entdeckung, die sie sprachlos zurückließ.
Mitglieder der Ortsstellen Windischgarsten und Vorderstoder waren am Samstag zu einer gemeinsamen Bergeübung dorthin ausgerückt. Dabei kontrollierten sie routinemäßig auch die „strategisch deponierten“ Tonnen, in denen Seile zur Rettung von in Not geratenen Alpinisten gelagert werden. Jene am Ausstieg der beliebten Route „Super Diagonale“ allerdings fanden sie leer vor. Zwei hochwertige Seile mit einer Länge von jeweils 250 Meter waren weg.
Schon vor längerer Zeit hat die Bergrettung an der Kampermauer mehrere feste Abseilpisten eingerichtet. Die speziell darauf abgestimmten Seile habe man in den wetterfesten Tonnen platziert, „um im Ernstfall wertvolle Zeit zu sparen“, heißt es. Falls ein Unglück passiert, steigen die Retter „ohne das immense Zusatzgewicht der schweren Seile – jedes davon wiegt rund 20 Kilo – durch einen einfachen Klettersteig auf. Oben angekommen, wird auf das deponierte Material zurückgegriffen, um blockierte oder verletzte Alpinisten umgehend sicher abzuseilen“, erklärt die Bergrettung.
Der Diebstahl wurde angezeigt, die Seile müssen nun neu angeschafft werden. „Wir sind extrem froh, dass wir den Diebstahl im Zuge der Übung bemerkt haben. Der Zeitverlust, der entsteht, wenn wir die passenden Seile erst mühsam nachbringen müssen, kann im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden“, so Ortsstellenleiter Riesenhuber.