Am 26. Februar hat der Software-Konzern OpenAI öffentlich gemacht, dass man mit dem US-Militär eine Vereinbarung über den Einsatz von KI getroffen hat. Die ersten sind sie freilich nicht, diverse andere KI-Firmen wie Alphabet und xAI haben das auch schon erledigt. Vielleicht haben manche im Silicon Valley laut gelacht, den meisten wird wohl das Lachen im Hals steckengeblieben sein. Dass die Techboys im Silicon Valley begeisterte Science-Fiction- und Fantasy-Fans sind, ist kein Geheimnis. Demnach ist das hier also eine Geschichte von Mordor oder Auenland, Todesstern oder Yavin 4 – also kurz von Gut gegen Böse. Und irgendwie klingt all das fast nach Science-Fiction, ist aber leider Realität.

OpenAI und Sam Altman

Wer mit Künstlicher Intelligenz wenig am Hut hat oder sich kaum für die Hintergründe rund um ChatGPT interessiert, könnte sich jetzt in sechs Folgen schocktherapieren lassen. Mit dem Podcast „Die Peter Thiel Story“ haben Tech-Journalist Fritz Espenlaub und sein Team für Furore gesorgt, nun gibt es den Nachfolge-Podcast aus dem Silicon Valley. Der handelt von jener technischen Revolution, die wohl dieses Jahrhundert prägen wird, und seinen wichtigsten Protagonisten: OpenAI und ihrem Gründer Sam Altman. Und es ist theoretisch auch eine dieser Erfolgsgeschichten aus dem Silicon Valley, aber es ist vielmehr auch ein Krimi, eine Transformation und eine Entwicklung, die die Welt verändern wird. Also Sci-Fi-Fantasy in echt. Und wie schon bei „Die Peter Thiel Story“ weiß es Fritz Espenlaub ziemlich spannend zu machen – Cliffhanger inklusive. Blöd nur, dass nichts davon erfunden ist.

Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz?
Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz? © AFP

Es beginnt mit dem vermeintlich idealistischen Ansinnen, den KI-Bestrebungen von Google Einhalt zu gebieten. Gemeinsam mit Elon Musk gründet der Investor und Software-Entwickler Sam Altman 2015 die Firma OpenAI als gemeinnützige Einrichtung zur KI-Forschung, die sich dem Schutz der Menschheit vor KI auf die Fahnen geschrieben hat. Ein Hauch von Star-Wars-Rebellenattitüde, die mit den klügsten Köpfen auf dem Gebiet Darth Vader die Stirn bietet. Heute wissen wir: Vier Jahre später hat sich das mit der Gemeinnützigkeit abgenutzt, es kam die gewinnorientierte Tochter OpenAI LP dazu. Der Podcast beleuchtet die Entwicklung chronologisch, lässt dabei Expertinnen und Experten zu Wort kommen, holt ehemalige Mitarbeiter von OpenAI vors Mikrofon und taucht so tief ein in die DNA von OpenAI und die KI-Forschung im Silicon Valley.

Der Frankenstein-Moment

Noch spannender sind aber die Einblicke in die Fortschritte der Künstlichen Intelligenz selbst. Schon in der zweiten Folge „Der Frankenstein-Moment“ wird es gruselig, als Entwickler Alec Radford bei OpenAI sein erstes Sprachmodell entwickelt, das Dinge macht, die ihm niemand beigebracht hat. Kurze Zeit später wird ChatGPT aus der Taufe gehoben. „Wir wissen nicht, wie dieses System eigentlich funktioniert, und damit werden wir auch niemals eine Garantie dafür haben, dass sie sicher sind“, sagt der britische KI-Forscher Stuart J. Russell im Podcast.

„Die OpenAI Story“ von Deutschlandfunk. Sechsteiliger Podcast auf allen gängigen Plattformen.