Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat sich im Bieterkampf um die Addiko Bank bereits gut ein Drittel der Anteile gesichert. Bis zum Mittwochmorgen seien dem Institut 34,75 Prozent der Aktien angedient worden, teilte die RBI mit. Der Rivale, die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB), kann damit seine angestrebte Mindestannahmequote von 75 Prozent rechnerisch nicht mehr erreichen.
In dem RBI-Paket ist auch der Anteil des serbischen Investors Alta Group von 9,63 Prozent enthalten. Ihm werden über Finanzinstrumente insgesamt knapp 30 Prozent der Addiko-Anteile zugerechnet. Die Annahmefrist für die Aktionäre läuft noch bis zum 22. Juli.
Angebot der RBI bevorzugt
Die NLB hatte ihr Angebot erst am Montag auf 33,50 Euro je Aktie erhöht und damit die RBI deutlich überboten, die 26,50 Euro offeriert hatte. Vorstand und Aufsichtsrat der Addiko hatten sich jedoch zuletzt auf die Seite der RBI geschlagen und den Aktionären deren Angebot zur Annahme empfohlen. Sie begründeten dies mit einer höheren Transaktionssicherheit, da der NLB regulatorische Hürden in Kroatien drohten. Zudem hatte die Alta Group bereits zuvor angekündigt, die Offerte der RBI und nicht das Angebot der NLB anzunehmen.
Beide Bieter setzen für einen Erfolg ihrer Offerte eine Mindestannahmequote von 75 Prozent voraus, behalten sich früheren Angaben zufolge jedoch eine Senkung auf die gesetzlichen 50 Prozent vor. Bei einem Sieg plant die RBI eine Aufspaltung der Addiko, die aus den gesunden Teilen der notverstaatlichten Kärntner Hypo Alpe-Adria hervorgegangen ist. Das Geschäft in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro soll an die Alta Group verkauft werden. Die Aktivitäten in Kroatien und Slowenien will die RBI in ihr eigenes Netzwerk integrieren.