Seit Herbst 2022 steht das ehemalige Apotheken-Gebäude neben dem Café Sternweiss am Lobisserplatz in St. Paul leer. Um zu verhindern, dass das Gebäude, dessen Ursprung bis ins Jahr 1723 zurückreichen soll, von einem auswärtigen Investor abgerissen und durch einen modernen Bau ersetzt wird, hat der St. Pauler Unternehmer Christoph Ferlin (36) das historische Haus mit seinem Vater Johann Ferlin (72) gekauft und neue Pläne dafür geschmiedet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Entstehen wird ein Wohn- und Geschäftsgebäude.

Inzwischen wurde das Gebäude komplett entkernt. Läuft alles nach Plan, soll im Herbst mit dem Totalumbau gestartet und ein riesiger Zubau errichtet werden. „Vom alten Apotheken-Gebäude, in dem früher einmal eine Weißgerberei für Handschuhe untergebracht war, wird nicht viel übrig bleiben. Innen wurde alles entkernt und die Halbstöcke entfernt, im nächsten Schritt wird vom Fenster bis zum Dach alles erneuert. Übrig bleibt nur der Stil der alten Fassade, damit das Ortsbild von St. Paul nicht zerstört wird. Immerhin hat das Gebäude im Ortskern äußerlich den gleichen Stil, wie das Rathaus gegenüber“, erklärt Christoph Ferlin, der vor zehn Jahren das im Jahr 2000 gegründete Installationsunternehmen von seinem Vater übernommen hat.

Vater-Sohn-Gespann: Johann und Christoph Ferlin vor der einstigen Apotheke, die umgebaut wird
Vater-Sohn-Gespann: Johann und Christoph Ferlin vor der einstigen Apotheke, die umgebaut wird © Bettina Friedl

Der Unternehmer, der zehn Mitarbeiter beschäftigt, beziffert das Investitionsvolumen mit rund 3,5 Millionen Euro – ohne Kaufpreis des Gebäudes samt dem rund 2800 Quadratmeter großen Grund. Entstehen werden rund 1000 Quadratmeter Wohn- und Geschäftsflächen. „Geplant sind ein bis zwei Geschäftsräume sowie sechs Wohnungen im Altbau und weitere sieben Wohnungen im angeschlossenen Neubau“, verrät Ferlin-Junior. Der Neubau entsteht hofseitig auf der freien Wiesenfläche hinter der ehemaligen Apotheke. Für die Wohnungen, die es auf Miet- und auf Eigentumsbasis geben soll, habe er bereits Vormerkungen und auch schon Anfragen für die Geschäftsflächen.

Wie viel die Miet- beziehungsweise Eigentumswohnungen kosten werden, könne Ferlin noch nicht sagen. „Wir müssen erst die Ausschreibung und die Angebote abwarten. Aber preislich werden wir uns sicher an das Niveau im Lavanttal anpassen“, sagt der Installationsunternehmer.

Die neuen Wohnungen kommen in einen zweigeschoßigen Neubau mit Flachdach
Die neuen Wohnungen kommen in einen zweigeschoßigen Neubau mit Flachdach ©  APZ Petschenig Architekt + Ziviltechniker

„Die gegliederte Fassade des Altbestandes wird erhalten. Diese wird unter Rücksicht auf den erhaltenswerten Bestand saniert“, erklärt Architekt Heinz Petschenig. Mitte 2027 sollen die Flächen im Altbau bezugsfertig sein, der zweigeschoßige barrierefreie Neubau mit Lift und Flachdach dann bis Ende 2027. Die Wohnungen, die mit Balkon oder Freiflächen geplant worden sind, werden zwischen 50 und 100 Quadratmeter erhältlich sein.

„Optimale Lage“

Beheizt werden die Wohnungen mit Fernwärme, pro Einheit wird ein Parkplatz zur Verfügung stehen. Der Unternehmer schwärmt von der Lage mitten im Ort: „Der Bus fährt direkt vor der Tür weg und im Umkreis von unter 500 Metern gibt‘s so ziemlich alles: Supermärkte, Apotheke, Bank, Schulen, Kindergarten, Schwimmbad und mehr.“ Umgesetzt wird das Projekt von der „L5 Immo GmbH“, die vom Vater-Sohn-Gespann für dieses Projekt gegründet wurde. „Die Abkürzung ,L5‘ steht für die Adresse Lobisserplatz 5“, erklärt Christoph Ferlin.

Hinter der ehemaligen Apotheke wird auf der Wiese ein Neubau mit Wohnungen errichtet
Hinter der ehemaligen Apotheke wird auf der Wiese ein Neubau mit Wohnungen errichtet © Bettina Friedl