Österreich hat laut Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) auf europäischer Ebene einen weiteren Schritt für rechtssichere Einheimischentarife erzielt. Auf österreichische Initiative wird die Europäische Kommission in den neuen Tourismus-Leitlinien aufgefordert, „Möglichkeiten zu prüfen, die den Einwohnern den Zugang zu Sport-, Kultur- und anderen Freizeitangeboten in Tourismusregionen erleichtern könnten“.

Beim Treffen im Februar hatte es einen ersten Schritt zur Genehmigung von Einheimischentarifen gegeben. Hattmannsdorfer und seine 26 Amtskolleginnen und -kollegen hatten die Kommission aufgefordert, bei ihrer Überarbeitung der Geoblocking-Verordnung im Herbst die „Frage der Einheimischentarife zu lösen“. Auch EU-Tourismuskommissar Apostolos Tzitzikostas äußerte bereits Verständnis für Einheimischentarife in bestimmten EU-Regionen.

„Tourismus braucht Akzeptanz der Bevölkerung“

„Tourismus kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn wirtschaftliche Stärke und Akzeptanz in der Bevölkerung gemeinsam gedacht werden. Es braucht daher dringend eine rechtlich saubere Lösung für die einheimischen Tarife“, so der Wirtschaftsminister. Wenn jemand in einer Region lebe, für den Tourismus arbeite und diesen ermögliche, müsse er sich auch die Bergbahn, das Skigebiet, touristische Attraktionen leisten können. Die Kommission müsse den Rechtsrahmen endlich so anpassen, dass einheimische Tarife möglich seien.

„Für Österreich ist das ein weiterer wichtiger Teilerfolg. Denn Tourismus funktioniert nur mit den Menschen in den Regionen, nicht an ihnen vorbei. Wer in einer Tourismusregion lebt, dort arbeitet, Infrastruktur mitfinanziert und die Belastungen des Tourismus im Alltag mitträgt, muss auch fairen Zugang zu den Angeboten vor Ort haben“, betont Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) laut Aussendung. Auch der Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz und Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) begrüßt den nächsten Schritt bei der Rettung der Einheimischentarife.

Khom: „Menschen vor Ort müssen profitieren“

Die steirische LH-Stellvertreterin Manuela Khom betont: „Tourismus kann nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn auch die Menschen vor Ort davon profitieren. Gerade in unseren Tourismusregionen tragen Einheimische die Infrastruktur mit, arbeiten im Tourismus und sichern damit die hohe Qualität unseres steirischen Angebots.“ Es sei daher „nur fair, dass die regionale Bevölkerung auch leistbaren Zugang zu Freizeit- und Tourismusangeboten hat“. Dass Österreich dieses Anliegen auf EU-Ebene eingebracht habe, „ist ein wichtiger Schritt für unsere steirischen Gemeinden und Betriebe“, so Khom.