Die Anfahrt an den Hängen des Monte Baldo ist schweißtreibend. Zumindest für Touristen aus Österreich. Schon bei der Abzweigung von der Hauptstraße ist normales Einlenken ob der engen Kurve nicht möglich. Hinzu kommt das Gefälle, welches eher jenem beim Starthaus auf der Kitzbüheler Streif ähnelt. Und wenn man dann das Auto schließlich in die Gasse manövriert hat: uralte Steinmauern auf beiden Seiten. Doch: Hat man das Fahrzeug des Vertrauens im Olivenhain geparkt und im kleinen Gastraum der Osteria Pinf Platz genommen, wähnt man sich im Himmel.
Denn der Blick schweift augenblicklich durch die Fenster, man bekommt das Gefühl, über dem Gardasee zu schweben. Weit unter der Osteria liegt Malcesine. Ob des atemberaubenden Ausblicks verzögert sich der Bestellvorgang. Ein Fehler. Denn beim Studieren der Speisekarte meldet sich der Magen mit lautem Knurren. Doch die Belohnung für die schweißtreibende Anreise folgt kurze Zeit später: Hecht nach Gardesaner Art mit Polenta-Chips als Vorspeise, Carbonara nach Art des Hauses mit selbstgemachten Maccheroni als Primi. Beides verfeinert mit dem hauseigen hergestellten Olivenöl. Secondi wurden ausgelassen – nicht, weil sie nicht gut geklungen hätten. Aber Tiramisu … Sie verstehen.
Immer wieder wandert der Blick über Zypressen und den See zu den gegenüberliegenden Bergspitzen. Und schließlich: Der Sonnenuntergang. Es ist wahrlich ein kleines Stückchen Himmel auf Erden.
PS: Wer die abenteuerliche Anreise mit dem Auto vermeiden möchte, kann auch von Malcesine aus nach Dumez zur Osteria Pinf wandern. Allerdings sind gar einige Höhenmeter zu überwinden.