Manche Liebesgeschichten beginnen mit einem großen Augenblick. Die von Verena und Markus Kreutzer-Marinschek begann leiser. Mit Einsätzen bei der Wasserrettung, mit kurzen Gesprächen bei Besprechungen und Schulungen, mit Begegnungen am See. Seit 2015 kannten sich die Villacherin und der Villacher vom Sehen. Er war in der Einsatzstelle Sattendorf aktiv, sie engagiert sich in Faak ehrenamtlich. Erst waren es nur ein paar Worte, später wurden es nach Einsätzen längere Gespräche. „Es war keine klassische Liebe auf den ersten Blick“, lacht die Braut. Gerade deshalb bekam diese Liebe Zeit, zu wachsen.
Trotz räumlicher Distanz wuchs die Liebe
2020 wurden die 26-jährige Pharmazeutin und der 32-jährige Infineon-Angestellte offiziell ein Paar. Dazwischen lagen Studienjahre in Innsbruck und Graz, eine klassische Fernbeziehung. Am Ende zog es beide dann doch zurück nach Villach. Heute richten sie gemeinsam ein Haus in Landskron her, in dem auch die Großmutter des Angestellten lebt.
Den Antrag machte der Villacher am 30. Mai 2024, dem Geburtstag der Braut, bei den Cliffs of Moher in Irland, abseits des touristischen Trubels. Schon beim ersten Irlandurlaub hatten sie gescherzt, dort einmal zu heiraten. „Mir war wichtig, dass die eigentliche Hochzeit im kleinen Rahmen ist. Wenn schon klein, warum nicht wirklich in Irland?“ Am 16. Mai 2025 gaben sie sich dort das Ja-Wort.
Genau ein Jahr später sagten sie erneut „Ja“
In Kärnten feierten sie genau ein Jahr später eine freie Trauung in Klein St. Veit, in einem Feststadl, mit vielen Blumen, Pflanzen und mehr als 100 Gästen. Viele davon sind von der Wasserrettung aus Faak und Sattendorf und anderen Einsatzstellen. Eine Abordnung stand Spalier und die beiden mussten sich bei der Prüfung zum „Österreichischen Ehe-Rettungsschwimmerschein“ beweisen, dass sie sich gegenseitig über Wasser halten können.
Wie fühlt es sich an nach einem Jahr noch einmal zu heiraten? „Beide Hochzeiten waren einzigartig. Beim zweiten Mal war das Gefühl anders und sehr rührend, viele Gäste haben geweint.“ Wenn die Braut vom Tag erzählt, hört man die Freude über das erlebte. Sie selbst sah sich als entspannte Braut. Perfektes Kleid, riesiger Strauß, all das war ihr nicht wichtig. Wichtiger sind ihr Markus, Hund Murphy, die Familie, gemeinsam Zeit zu verbringen und vielleicht eines Tages eine Hochzeitsreise auf die Malediven, wo der Bräutigam, der auch als Einsatztaucher bei der Wasserrettung aktiv ist, seinem Hobby nachgehen kann.
Das Ehepaar Kreutzer-Marinschek wird gewiss nicht das letzte sein, das sich bei der Wasserrettung kennen und lieben lernt. Denn heute ist das Paar schon auf der nächsten Hochzeit von Wasserrettungskameraden eingeladen.