Irans Präsident Masoud Pezeshkian hat die Freischaltung des internationalen Internets angeordnet. Damit reagierte er auf eine Entscheidung eines „Sonderstabs“, der zuvor mehrheitlich für die Wiederfreigabe gestimmt hatte. Laut Nachrichtenagentur Fars musste der Beschluss vor Inkrafttreten noch vom Präsidenten bestätigt werden. Ein Datum für die Entsperrung wurde nicht genannt. Mitte Mai hatten iranische Medien jedoch über eine mögliche Freischaltung am 5. Juni berichtet.

Sperrung hatte erhebliche wirtschaftliche Folgen

Die Regierung hatte den Zugang zum weltweiten Internet seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu vollständig blockiert. Seither konnten die rund 90 Millionen Iraner nur das sogenannte „nationale Internet“ nutzen, in dem ausschließlich staatlich genehmigte Webseiten erreichbar sind. Lediglich einige Bürger können nach Angaben der Beobachtungsorganisation NetBlocks die staatlichen Sperren mit teuren VPN-Diensten umgehen.

Die Sperre hatte neben gesellschaftlichen auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Besonders betroffen waren die mehr als eine Million Online-Händler im Land, deren Einnahmen durch die Blockade massiv eingeschränkt wurden. Offiziell begründet der Staat die Abschaltung mit Sicherheitsbedenken. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Führung vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden.