Das Regionalmuseum Celje in Slowenien eröffnet eine Sonderausstellung zum 100. Jahrestag der Entdeckung der berühmten Celje-Decke: „Familienporträts: Porträtgalerie der Grafen Thurn-Valsassina“. Die Ausstellung präsentiert zehn monumentale Porträts der Adelsfamilie Thurn-Valsassina vom Schloss Bleiburg (Pliberk) in Kärnten. Die Gemälde waren Fachleuten und der breiten Öffentlichkeit bisher nahezu unbekannt und werden nun erstmals öffentlich gezeigt.
Bis 30. August geben die Bilder Einblicke in die Geschichte von Celje, der alten Grafschaft und der gesamten mitteleuropäischen Region. Die Porträts entstanden in der Tradition repräsentativer Adelsahnengalerien und haben im Falle der Familie Thurn-Valsassina eine besondere Bedeutung, da die Familie die Geschichte des heutigen Slowenien und Kärntens maßgeblich prägte.
Kulturraum
„Die Porträts kehren damit erstmals wieder symbolisch an den Ort zurück, an dem sie einst mit dem Leben und der Repräsentation der Familie verbunden waren – in den Saal der Alten Grafschaft mit der berühmten Celje-Decke, einem der bedeutendsten kunsthistorischen Wahrzeichen von Celje“, erklärt die Kunsthistorikerin Gabrijela Kovačič. „Die Ausstellung verbindet somit symbolisch den slowenischen und österreichischen Kulturraum und lenkt die Aufmerksamkeit auf das gemeinsame historische Erbe, das über die heutigen Landesgrenzen hinausreicht“, so Kovačič.
Forschungsprojekt
Ausgangspunkt der Forschung war das Nachlassverzeichnis der Alten Grafschaft von 1663, das nach dem Tod von Graf Henrik Ludvik Thurn-Valsassina erstellt wurde. Obwohl das Dokument bereits in der Fachliteratur Erwähnung fand, wurde es bisher nicht systematisch mit den erhaltenen Porträts und deren ursprünglichem Standort in Verbindung gebracht. Dies ist den Museumskuratoren nun gelungen. Wie der Mitautor der Ausstellung, Davor Mlinarič, erklärt, ist das genannte Verzeichnis „auch deshalb wertvoll, weil es die umfassendere Rolle der Alten Grafschaft offenbart, in der Repräsentation, Wirtschaft und Verteidigung eng miteinander verknüpft waren.“
Eine besondere Herausforderung für die Forschung bestand in der Identifizierung einzelner Porträts, insbesondere solcher ohne Bildunterschrift oder bei Abweichungen zwischen Archivdaten und den visuellen Merkmalen der Porträts. Die neuen Identifizierungen zählen zu den wichtigsten Ergebnissen des Projekts.
In Deutsch und Slowenisch
Das gesamte Projekt basiert auf einer interdisziplinären Forschung, die den Historiker Davor Mlinarič und die Kunsthistorikerin Gabrijela Kovačič zwischen 2024 und 2025 zusammenbrachte. Beide sind Kuratoren des Regionalmuseums Celje und Koautoren der Ausstellung sowie der dazugehörigen wissenschaftlichen Publikation. Die Publikation erschien in slowenischer und deutscher Sprache.