Der Brand im Pflegeheim für demenzkranke Menschen in Lind ob Velden hat für die Bewohner dramatische und weitreichende Folgen: Sie werden die nächsten Tage in Ausweichquartieren verbringen müssen. Ihre Rückkehr in den Mavida-Demenz-Park wird frühestens Mitte/Ende nächster Woche möglich sein, so Daniel Nedved, Geschäftsleiter der Mavida-Group Kärnten. „Alle Beteiligten geben ihr Bestes, dass unsere Bewohner so rasch wie möglich zurückkehren können, aber wir müssen erst schauen, wie umfangreich die Schäden sind und sie beseitigen“, sagt Nedved am Samstag.

Wie berichtet, ist im Untergeschoß der Anlage am Freitag gegen 17.20 Uhr ein Brand ausgebrochen. 120 Feuerwehrleute konnten ein Ausbreiten der Flammen verhindern. Gemeinsam mit Mavida-Mitarbeitern, zahlreichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes und von Kriseninterventions-Teams und Polizisten brachten sie die Bewohner in Sicherheit. Insgesamt mussten 100 Menschen evakuiert werden.

„Extrem herausfordernd“

„Eine solche Situation ist für gesunde Menschen schon eine Herausforderung“, sagt Nedved. „Für unsere Bewohner, die alle an Demenz leiden, mitunter an sehr schweren Formen, ist so ein Einsatz absoluter Stress und Angst pur.“ Da viele Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung keine Auskunft über sich selbst geben können, bekamen sie Schilder mit ihrem Namen.

Nachdem die Frauen und Männer in Sicherheit waren, wurden sie ab 22 Uhr mit Bussen in andere Unterkünfte in ganz Kärnten gebracht. Zum Teil in Mavida-Einrichtungen, aber auch in jene der Diakonie. Die Evakuierten wurden dabei von Mavida-Mitarbeitern und Einsatzkräften begleitet. Eine große Herausforderung, denn der Umzug sei ja nicht mit dem Transport der Bewohner in ein anderes Heim erledigt. „Es müssen ja auch ihre Medikamente, ihre Wäsche, ihre Medizin- und Hygieneartikel mit“, sagt Nedved.

„Nur“ 13 Leichtverletzte

Der gefährliche Vorfall ist letztlich glimpflicher ausgegangen, als es zu Beginn ausgesehen hat. Etwa 20 Menschen wurden zur Abklärung ihres Gesundheitszustandes und möglicher Verletzungen, vor allem Rauchgasvergiftungen, in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Es wurden „nur“ 13 Bewohner leicht verletzt, so Nedved. Nicht wie bisher angenommen 21. Und auch jene Frau (61), die am Freitag ins Klinikum Klagenfurt geflogen werden mussten, konnte dort noch am selben Tag auf die Normalstation verlegt werden. „Es hat glücklicherweise keine Schwerverletzten gegeben“, so Nedved am Samstag.

Die 100 evakuierten Heimbewohner werden Pfingsten auf jeden Fall in ihren Ausweichquartieren verbringen müssen, so der Mavida-Geschäftsleiter. So rasch wie möglich werde man das Haus sanieren und wieder bewohnbar machen. Ein Großteil der Männer und Frauen wird dann im Laufe der nächsten Woche zurückkehren können. Jener Teil des Gebäudes, in dem das Feuer ausgebrochen ist, wird aber noch längere Zeit unbewohnbar sein. Die sieben dort lebenden Bewohner werden vorerst in anderen Heimen bleiben.

Suche nach Brandursache

Was den folgenschweren Brand ausgelöst hat, wird noch ermittelt. Die ersten Erhebungen wurden durch das Bezirkspolizeikommando Villach-Land und die Polizeiinspektion Velden geführt. Die weiteren Ermittlungen werden von der Ermittlungsgruppe Brand im Landeskriminalamt Kärnten geführt. Die Höhe des Sachschadens steht bisher nicht fest.