Viermal österreichischer Meister, vier A-Weltmeisterschaften: Viele Eishockeyspieler haben hierzulande im zarten Alter von 24 Jahren nicht so eine Bilanz vorzuweisen wie Lucas Thaler. Der flexibel einsetzbare Offensivgeist stemmte mit Salzburg Jahr für Jahr die Trophäe hoch, ehe er heuer von Pustertal aus dem Bewerb gekegelt und von Graz später entthront wurde. Der beim VSV und in Schweden ausgebildete Oberkärntner hat sich im Stamm des Nationalteams etabliert, heuer in der WM-Vorbereitung und zuletzt beim WM-Spiel gegen die Schweiz auch seine Vielseitigkeit gezeigt, als er vom Flügel auf die Centerposition rückte.
Er ist ein wichtiges Puzzleteil in der Truppe, die nicht nur den Klassenerhalt gleich abhakte, sondern jetzt realistisch aufs Viertelfinale blicken kann. „Unglaublich und so wichtig“, sagt Thaler über den Klassenerhalt und verrät: „Danach durften wir uns eben auch gleich neue Ziele setzen.“ Und das lautet: Top-Vier in Gruppe A und neuerlicher Aufstieg in die K.o.-Runde. Entscheidend war bis jetzt ein Punkt, über den laufend gesprochen wird: „Die Hindernisse, die in jedem Spiel auf uns zukommen und wie wir sie überwinden können.“
Das tat man gegen die Briten und vor allem in der heißen Schlussphase gegen Ungarn. Da war Thaler einer von zwei Cracks, die auf der Strafbank saßen, als Ungarn den Anschluss zum 2:3 erzielte. Thaler war nach Videostudium zumindest von einer Fünf-Minuten-Strafe wegen vermeintlichen Kniechecks verschont geblieben. „Da wird einem kurz schlecht, wenn sie sich das anschauen gehen“, gibt Thaler zu.
Deutschland-Duell wird zum RB-Klassentreffen für Thaler
Jetzt hat man nichts mehr zu verlieren, will die Deutschen aber gerne aus dem Viertelfinalrennen nehmen. „Eine wichtige Partie, ein Derby, wir brennen richtig darauf“, strahlt Thaler, der zur neuen Saison bei Salzburg-Branchenpartner RB München aufschlagen wird. Wo er mit Ryan Murphy, Philipp Sinn und Philipp Krening schon drei Cracks aus gemeinsamen Salzburg-Zeiten kennt: „Wir waren in Kontakt, sie haben mich auf dem Laufenden gehalten, was mich in München erwartet.“ Mit Sinn, Maxi Kastner und Fabio Wagner steht er heute auch drei München-Kollegen gegenüber. Und bei vielen Beobachtern aus der DEL-Szene in der Auslage. Druck? „Nein, ich bin einfach hyped. Das Ausland war mein Ziel und ich freue mich einfach über diesen Schritt.“