Mit einem kräftigen Schluck Wasser beginnt Michael Verdnik von den Wolfsberger Stadtwerken seine Ansprache bei der Eröffnung der Trinkwasseraufbereitungsanlage Arox am 21. Mai in Forst bei Wolfsberg. „Prost! Eigenabfüllung, heutiger Tag, 10 Uhr, direkt aus der Arox-Anlage.“ Nebenher werden Würstel gegrillt, und es spielt ein Quartett der Trachtenkapelle St. Margarethen vor interessiertem Zeltpublikum aus Politik und Gesellschaft.
„Worum geht es bei uns hier beim Projekt Arox?“, fährt Verdnik fort. „In der Trinkwassernutzung treten geeignete Quellen meist dort auf, wo wir lithologische Verwerfungen haben, wo wir speziell in unserer Geologie Marmorzüge haben. In allen Gewinnungsgebieten, die dieser Anlage vorgeschalten sind, finden wir diese Marmorzüge.“ Darin befinden sich allerdings auch arsenhaltige Ablagerungen, die über den Wasserkreislauf ins Trinkwasser gelangen. Die Aufgabe der Arox-Anlage sei es, „diesen Arsengehalt herabzusetzen, auf null zu setzen“. Schließlich ist das Halbmetall stark giftig.
Wie geht das? „Im Wort Arox steckt das Wort Arsen und Oxidation“, erklärt Verdnik. Ziel sei es, Arsen aus dem Wasser zu oxidieren und in einer Filteranlage zu binden. „Wir stellen dem Trinkwasser eine Art Bodenschichtung mit natürlichem Filtermaterial zur Verfügung, an dem das Arsen anrosten kann“, sagt Verdnik. Dadurch sei der Schadstoff später nicht mehr in der Trinkwasserversorgung vorhanden.
Die Quellschüttungsgebiete Klippitz-Leiwald-Preims würden zwar über das ganze Jahr hinweg konstant Wasser in hoher Qualität liefern, hätten aber einen erhöhten Arsengehalt aufgewiesen. „90 bis teilweise nahezu 95 Prozent der gewonnenen Trinkwässer konnten nicht in der WVA Wolfsberg genutzt werden und wurden direkt am Ort der Gewinnung abgeworfen.“
Im wahrsten Sinn des Wortes ihren „Sanctus“ gaben die Pfarrer Krzysztof Kranicki und Renate Moshammer dazu, die die Anlage ökumenisch segneten. Wie Verdnik und seine Vorredner Stadtwerke-Kollege Christian Schimik und Bürgermeister Alexander Radl (SPÖ), betonten sie in ihren Ansprachen die Kostbarkeit von Wasser, gerade in Zeiten lang anhaltender Trockenheit.
Video: Segnung der Arox-Trinkwasseraufbereitungsanlage
Schimik präsentierte Daten zur Wasserversorgung in Wolfsberg. 2021 sei noch davon ausgegangen worden, dass der Wasserbedarf bereits 2027 das Angebot übersteigen könnte. „Wir hätten ordentliche Probleme gehabt – wahrscheinlich schon 2026“, so Schimik. „Es ist unsere Aufgabe, die Trinkwasserversorgung zu sichern.“ Nach dem Verbundbrunnen in St. Andrä wurde nun das neue Projekt umgesetzt, die laut Betreiber größte Anlage ihrer Art in Europa. Damit lasse sich das prognostizierte Defizit „zumindest über 2040 hinaus“ verschieben.
Bürgermeister Radl hob angesichts der Trockenheit hervor, dass Wasser „für die Zukunft auf alle Fälle ein besonderes Thema wird – es schon ist“. Damit unterstreicht er die Bedeutung der neuen Filteranlage als essenziellen Meilenstein. Und zwar „nicht nur für die Wolfsbergerinnen und Wolfsberger, sondern auch darüber hinaus, weil wenn Wolfsberg die Trinkwassersicherheit und -versorgung gewährleistet, profitieren auch andere Gemeinden“. Schließlich ziehe Wolfsberg dadurch weniger Wasser aus der allgemeinen Wasserschiene. Von den eingeladenen Vertretern der Nachbargemeinden kam jedoch niemand zur Veranstaltung.