Fünf zum Teil schwer Verletzte im Wrack. Ein durch das Unfallauto gekappter Überkopfwegweiser, der auf die Liebenauer Tangente stürzte und dabei um ein Haar ein nachfolgendes Fahrzeug traf. Wie spektakulär der Unfall Ende Jänner stadtauswärts kurz vor dem Murpark gewesen ist, zeigen die Einsatzfotos. Und die Schilderungen des Beifahrers: „Wir sind über den Betonpfeiler, dann wie über eine Schanze abgehoben und in der Luft gegen den Wegweiser geprallt. Ich weiß, dass wir alle im Auto geschrien haben.“

Für ihren „Abflug“ stand die 26-jährige Unfallverursacherin am Mittwoch in Graz vor Gericht. Laut Anklage hatte sie sich damals mit 0,83 Promille ans Steuer gesetzt. „Ich hab‘ etwas getrunken. Ich bin gefahren. Das steht fest“, sagt sie zu Richterin Patricia Flucher-Zrelec. „Ich war mit Freunden vorher beim Eishockey-Match, wir fuhren heim.“ Der Unfall ist für sie ausgelöscht, eine Erinnerung daran fehlt.

Überkopfwegweiser gekappt: Frau angeklagt

Die Angeklagte schildert, dass sie sich wegen ihrer schweren Verletzungen noch immer auf Reha befinde. Ihre Beifahrer wurden auch verletzt, laut Opferanwalt hat eine Frau „sich alles gebrochen, was man sich nur brechen kann.“ Der Anwalt der Lenkerin merkt an: „Es tut meiner Mandantin extrem leid. Die Alkoholisierung kann sie sich nicht erklären, weil sie eigentlich nur ein Bier hatte und ein anderes austrank.“ Von den verletzten Beifahrern sei der Unglückslenkerin „keiner gram, sie kennen sich ja alle“.

Ein Zeuge, der stadteinwärts fuhr, ist der Meinung, dass die Lenkerin „einen Kontrollverlust erlitten hatte, sie fuhr ja unerklärlicherweise auf dem mittleren Grünstreifen dahin“. Dann sei ihr Auto schon auf dem Betonpfeiler aufgestiegen. Er selbst hatte Glück, „mein Auto wurde nur von Kleinteilen erwischt.“

Der Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung wird vertagt. Es muss geklärt werden, ob die Frau nicht doch mit weniger Promille unterwegs war.