Wenn ein Kabeg-Mitarbeiter eine Wohnung braucht, waren die Chancen, auch eine zu bekommen, lange recht hoch. 1400 geförderte Wohnungen können in Klagenfurt, Villach, Wolfsberg und Laas betriebsintern – von der Kabeg oder dem Betriebsrat – vergeben werden. Bei 5300 Mitarbeitern in der Landeshauptstadt (insgesamt sind es 8600) grundsätzlich keine schlechte Quote. Administrativ übernimmt die Zuweisung die Landeswohnbau Kärnten. Dass bei 290 Einheiten keine Gehaltskontrollen durchgeführt werden, sorgte für Kritik des Landesrechnungshofs, die Direktor Günter Bauer in der jüngsten Landtagssitzung erneuerte.
Unterdessen steigt der Bedarf an Betriebswohnungen bei Kärntens größtem Arbeitgeber seit Jahren. „Er ist immens hoch. Wir würden rund 2000 Wohnungen brauchen“, sagt Michael Kraxner, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates. Das habe mehrere Gründe. Einer ist der Wohnungsmarkt generell. Auch wenn man bei der Kabeg durchaus gut verdienen könne, sei aufgrund der aktuellen Quadratmeterpreise in Klagenfurt und Villach geförderter Wohnraum dringend nötig. „Früher einmal wurden die Wohnungen für einen begrenzten Zeitraum genutzt und schnell wieder weitergegeben. Jetzt bleiben die Menschen drinnen, weil sie gar keinen Kredit mehr für eine eigene Wohnung oder den Hausbau bekommen“, beschreibt Kraxner die Situation.
Lebenslanges Wohnen
Geht man in Pension, muss man nicht ausziehen. Gibt es einen Todesfall, hat der Ehepartner das Eintrittsrecht. Ein Zuckerl, das viele Ex-Mitarbeiter nutzen. Mehrere Hundert Kabeg-Wohnungen dürften laut Betriebsrat über dieses „lebenslange Wohnen“ besetzt sein und bei den Jungen fehlen. Es kann also vorkommen, dass eine Wohnung vor 50 Jahren vergeben und seither nicht mehr zurückgegeben wurde. Ob jemand im Laufe seiner Karriere einmal zu viel für eine geförderte Wohnung verdient, kann nicht überprüft werden. Ein weiterer Grund, warum der Bedarf in die Höhe geht.
Weit mehr als 100 Namen befinden sich derzeit auf der Warteliste. Wer sich heuer drauf setzen lassen hat, kann frühestens im nächsten Jahr mit einer positiven Antwort rechnen. „Ich sage immer gleich dazu, dass es lange dauern wird. Wer einen Balkon oder Garten möchte, hat so gut wie keine Chance“, sagt Kraxner. Für Notfälle wie familiäre Schicksalsschläge oder häusliche Gewalt hat man eine kleine Menge an Garçonnièren in der Hinterhand.
Dass Top-Verdiener im Management oder in der Ärzteschaft über den Betriebsrat eine Wohnung bekommen, kann Kraxner ausschließen. Die Ansuchen würden den Pflegebereich oder auch Instandhaltung oder Reinigung betreffen. Aber auch Jung- bzw. Assistenzärzte sind anspruchsberechtigt. Sie liegen in der Regel unter der Gehaltsobergrenze von 53.000 Euro netto jährlich.