So wandte sich Ingo Fischer aus Lavamünd in seinem Leserbrief an die Redaktion: „Mit großer Sorge beobachte ich in meiner Heimatgemeinde immer wieder brenzlige Verkehrssituationen auf der Lavamünder Straße (B80) im Bereich der Sport- und Freizeitanlage. Wie ein tödlicher Unfall vergangenes Jahr und mehrere riskante Überholmanöver bereits gezeigt haben, birgt dieser Abschnitt ein erhebliches Gefahrenpotenzial – insbesondere durch zu schnelles Fahren.“ Bei dem Unfall starb ein 65-jähriger Motorradlenker aus Wien nach einem Frontalzusammenstoß mit einem 18-jährigen Pkw-Lenker aus dem Bezirk Völkermarkt mit drei weiteren Insassen an Bord.

„Umso unverständlicher ist es meiner Meinung nach“, so Fischer weiter, „dass bis dato überhaupt keine Sicherheitsvorkehrungen – wie beispielsweise ein Überholverbot, eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder die Errichtung von Leitschienen – getroffen wurden.“ Trotz mehrfacher Hinweise – auch seitens der Kommunalpolitik – an die zuständigen Stellen sei nichts passiert. „Der Status quo ist unerträglich“, fordert Fischer umgehende Maßnahmen ein: ein dauerhaftes Überholverbot und eine drastische Reduktion sowie Kontrolle der Geschwindigkeit im Gefahrenbereich. Die zuständige Abteilung des Landes Kärntens sei gefordert. 

„Eine übersichtliche, gerade Straße“

Mit ebendieser habe man bereits vor zweieinhalb Jahren aus besagten Gründen Kontakt aufgenommen, sagt der Lavamünder Bürgermeister Wolfgang Gallant (LWG). „Wir wollten dort einen Siebziger und ein Überholverbot.“ Land und Landespolizeidirektion hätten den Straßenabschnitt sachverständig prüfen lassen. „Es ist abgelehnt worden, weil es eine übersichtliche, gerade Straße ist“, so Gallant.

Wolfgang Gallant, Bürgermeister von Lavamünd
Wolfgang Gallant, Bürgermeister von Lavamünd © Urosh Grabner

Dazu Adrian Plessin, Leiter der Abteilung 7: „Die Verordnung einer Geschwindigkeitsreduktion ist rechtlich nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Es müssen nach der Straßenverkehrsordnung objektive Grundlagen vorliegen, zudem muss diese Maßnahme vor Ort erforderlich und verhältnismäßig sein. Die Sicherheit, Flüssigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs muss dabei immer gegeben sein.“

Adrian Plessin, Leiter der Landesabteilung 7
Adrian Plessin, Leiter der Landesabteilung 7 © Studiohorst/KK

Und weiter: „Der Straßenabschnitt an der B80 wurde deshalb von einem Verkehrssachverständigen im Rahmen eines Ortsaugenscheins begutachtet. Es wurde dabei keine erhöhte Unfallhäufigkeit festgestellt und die baulichen Gegebenheiten der Straße sowie die Sichtweite für die Verkehrsteilnehmer sind nicht eingeschränkt. Die Voraussetzungen für eine Geschwindigkeitsreduktion lagen aus Sicht des Amtssachverständigen nicht vor.“

Keine Temporeduktion, aber Leitschiene

Daran ändert auch der tödliche Unfall 2025, bei dem der Motorradlenker im Zuge des Frontalzusammenstoßes auf Höhe des Sportplatzes Lavamünd von der Fahrbahn abkam, mit seinem Motorrad über eine Böschung stürzte und gegen die dortige Werbetafel prallte, nichts. Gallant: „Der Unfall war ein Fehler eines Autofahrers – ein menschlicher Fehler.“ Der 18-jährige Lenker, der nach einem Stadtfest übermüdet und alkoholisiert mit 120 km/h unterwegs war, wurde wegen grob fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro und einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Man habe aber, so Gallant, inzwischen „mit der Abteilung 9 gesprochen, und es kommt in den nächsten zwei Monaten eine Leitschiene“.

Bernhard Hrowath, Leiter der Leitstelle Wolfsberg der Landesabteilung 9, Straßenbauamt Wolfsberg
Bernhard Hrowath, Leiter der Leitstelle Wolfsberg der Landesabteilung 9, Straßenbauamt Wolfsberg © Eva Kapeller

Bernhard Hrowath von der Leitstelle Wolfsberg der Landesabteilung 9 (Straßen und Brücken) bestätigt, dass der Leitplankenbau „aktuell ausgeschrieben“ sei. „Der Vergabeakt läuft, die Firma fängt demnächst an“, so Hrowath. Und zwar geht es um insgesamt rund 240 Meter drauseitig entlang des Fußballplatzes, wobei der Trainingsplatz nicht eingebunden sei. „Eine Leitschiene bietet definitiv Schutz gegenüber dem Sportplatz, aber wenn ein Motorrad bei einem Frontalzusammenstoß in die Luft katapultiert wird, hält es eine einen Meter hohe Leitplanke auch nicht auf.“ Dennoch biete sie erhöhten Schutz. Warum nicht gleich überall Leitplanken? „Das ist ein Kostenthema und auf geraden Straßenstücken normalerweise auch nicht unbedingt erforderlich“, erklärt Hrowath. Auch der Erhaltungsaufwand erhöhe sich – Stichwort: mähen.