Mit dem Stück „Christine Lavant - Werner Berg: Du bist mir jetzt schon der Himmel und die Erde“ gelang Daniel Pascal ein Biodram, das nicht nur perfekt in den sommerlichen Theaterreigen auf der Heunburg passte, sondern auch einfühlsam die schwierige Liebesgeschichte der beiden Künstler erzählt. „Der große Publikumsandrang hat uns wahnsinnig gefreut“, erzählt der Schweizer Autor, Regisseur und Schauspieler, der 2023 nach Kärnten kam, um hier „Venus im Pelz“ zu inszenieren – und blieb – und zwar quasi in Nachbarschaft zum Rutarhof, dem einstigen Wohnsitz von Werner Berg.

Mit der Produktionsleiterin und Schauspielerin Valerie Anna Gruber, die im 13. gemeinsamen Theaterprojekt Christine Lavant spielte, hat er nun auch den Theaterverein paraVent gegründet, der kommende Woche zur ersten Premiere lädt – und auch das wird wieder die Uraufführung eines Stücks, das Daniel Pascal geschrieben hat und selbst inszenieren wird. In „Mazeltov! oder Glück gehabt!“ erzählt er vom jüdischen Operettenlibrettisten Alfred Grünwald, der unter anderem mit Paul Abraham, Hans Weigel oder Robert Stolz zusammenarbeitete. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet und saß „dann mit Bruno Kreisky in einer Zelle“, erzählt Pascal. Nachdem Grünwald vorübergehend auf freien Fuß gesetzt wurde, gelang ihm die Flucht nach Paris und schließlich in die USA.

Valerie Anna Gruber und Daniel Pascal
Valerie Anna Gruber und Daniel Pascal © Watzenig

Im Mittelpunkt des Stücks steht Grünwalds Wohnung noch vor der Verhaftung, in der sich nicht nur Nazis und Operettendiven tummeln, sondern sogar Propagandaminister Joseph Goebbels auftaucht – gefolgt von seiner eifersüchtigen Frau Magda. „Das Stück ist eine Farce, wir wollen unterhalten, aber das Lachen wird dabei im Hals stecken bleiben. Denn wir wollen auch davon erzählen, was es heißt, wenn Menschen anfangen, andere Menschen auszugrenzen“, sagt der 65-Jährige: „Dabei wollen wir aufrütteln, aber auch Mut machen: Man kann etwas tun“, sagt Pascal, der unter anderem am Stadttheater Baden und am Landestheater Linz Mitglied des Schauspiel-Ensembles war.

Die Uraufführung im Klagenfurter Künstlerhaus ist Teil eines gleichnamigen, spartenübergreifenden Projekts anlässlich 80 Jahre Kriegsende. Die ergänzende Ausstellung mit Werken von Manfred Bockelmann, Hans-Peter Profunser und Daniel Sommergruber wurde bereits eröffnet. Letzterer hat auch die Bühne für das Stück in das Künstlerhaus gebaut, die – wenn sie gerade nicht bespielt wird – auch als eigenständiges Kunstwerk in der Ausstellung gesehen werden kann.