Der Mitte 2024 von der Industriellenvereinigung Steiermark und der Energie Steiermark präsentierte Masterplan Grüne Energie ist ein Meilenstein für die nachhaltige Energieversorgung des Wirtschaftsstandorts Steiermark. Bei der Umsetzung der darin empfohlenen Maßnahmen für die Bundes- und Landespolitik sind die ersten Schritte erfolgreich gemacht worden.
Was ist der Masterplan?
Der Masterplan Grüne Energie – erarbeitet von der IV Steiermark, der Energie Steiermark sowie 22 energieintensiven steirischen Industriebetrieben – definiert Handlungsfelder und Maßnahmenpakete, die für die grüne Transformation bzw. Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie notwendig sind. Die Kernpunkte sind Finanzierung, Netzausbau, Beschleunigung der erneuerbaren Energieproduktion, die Verfügbarkeit grüner Gase, die Flexibilität der Energiemärkte sowie vier zentrale Punkte:
- 1. Steigerung des industriellen Grünstrombedarfs um +3,0 TWh bis 2040 (über alle Sektoren steigt der Strombedarf um +10 TWh bis 2040).
- 2. Bedarfssteigerung an klimaneutralem Wasserstoff für die Industrie um bis zu +5,6 TWh bis 2040.
- 3. Mögliches „Phase-out“ von Erdgas bis 2040 bei einer Halbierung bis 2030 (wenn ausreichend günstige grüne Energieträger verfügbar sind).
- 4. Zehn priorisierte Umsetzungsschritte, die für die politischen Entscheidungsträger:innen die zentralen rahmenpolitischen Notwendigkeiten definieren.
Steiermark: „Erste Weichenstellungen“
Die steirische Landesregierung hat Anfang Juli 2025 im Landtag das Steiermärkische Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (StEABG) beschlossen, mit dem u. a. Genehmigungsverfahren beschleunigt werden sollen. Zudem hat sie Verordnungsentwürfe zu zwei Energie-Sonderstandorten in Leoben und Kapfenberg zur Begutachtung freigegeben, wodurch Photovoltaikanlagen in der Größe von rund 52 Hektar auf Deponieflächen der voest alpine errichtet werden können. Der Ausbau von Windkraftanlagen als wesentlicher, versorgungssichernder Bestandteil der erneuerbaren Energien muss jedoch deutlich beschleunigt werden.
Österreich: „Zwei von drei Energiegesetzen am Weg“
Nach der Ankündigung seitens des Bundesministeriums für Energie vom Frühjahr, drei Gesetze vor dem Sommer in Begutachtung schicken zu wollen, gibt es nun Fortschritte. Das für eine Modernisierung des Strommarktes wichtige Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), wird nach abgeschlossener Begutachtung aktuell mit den Nationalratsparteien debattiert. Anfang September startete zudem die Begutachtungsphase des nationalen Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG), mit dem der Ausbau, die Speicherung und Verteilung von Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen beschleunigt werden sollen. Positiv zu beurteilen ist zudem, dass die Strompreiskompensation (SAG) für die Industrie für 2025 und 2026 mit 150 Mio. Euro dotiert werden soll (zahlreiche EU-Staaten nutzen das SAG seit Jahren und haben es als Langfristinstrument bis 2030 implementiert).
Mehr Tempo notwendig
Fazit: Die Umsetzung des Masterplan Grüne Energie hat in der Steiermark in der ersten Jahreshälfte 2025 an Fahrt aufgenommen, dennoch betonen die Initiatoren, dass es noch viele weitere Maßnahmen brauche. Zudem wird es notwendig sein, das Tempo zu erhöhen und über die Finanzierung der Vorhaben zu sprechen.