„Das ist frisches Blut von meinem Bruder. Also nicht von ihm. Von einem Schwein, das er geschlachtet hat“, begrüßt uns August Schmölzer in seiner Küche in St. Stefan ob Stainz. Der bekannte steirische Schauspieler hat ein neues Buch mit dem Titel „Heimat“ veröffentlicht. Darin geht es nicht nur um böses Blut zwischen Winzern, sondern auch um den roten Lebenssaft als vergessene kulinarische Besonderheit. „Eine spannungsreiche Geschichte, in der er nichts ausspart und niemandem etwas erspart“, hat Kleine-Zeitung-Kollege Bernd Melichar in seiner Rezension geschrieben.
Video - Bluttommerl kochen mit August Schmölzer
Auch den Bluttommerl erspart er allen Innereien-Skeptikern nicht. „Aufgrund der Umstände, dass man früher keine Möglichkeit hatte, Blut haltbar zu machen, war Blutsterz eines der ersten Gerichte, die es am Schlachttag für die anwesenden Helfer gab“, erklärt Schmölzer. Wer keine Blutwurst fabrizierte oder noch Blut übrig hatte, konnte auf einfache Weise mit einem schmackhaften Gericht aufwarten. Und ja. Bluttommerl schmeckt fantastisch. Wer lediglich Filet, Roastbeef und Schnitzel isst, verpasst etwas. Und dabei wären wir auch gleich bei einem wichtigen Punkt. Respekt vor dem Tier.
Tiere sollen unter guten Bedingungen aufwachsen und stressfrei geschlachtet werden. Bevorzugt bestmöglich Fleisch aus der Region, bei dem die Herkunft genau zurückverfolgt werden kann. Trotzdem werden oft nur bestimmte Teilstücke, wie Filet oder Karree, gebraten, gegrillt oder gekocht. Nicht so beliebte Teile werden vom Handel nach Asien und Afrika exportiert oder landen im Tierfutter. Bei so einem wertvollen Gut wie Fleisch ist das natürlich schade. Denn alle Teile sind schmackhaft, wenn man weiß, wie man sie am besten zubereitet.
Schauspieler Schmölzer weiß das. Denn: „Ich bin ja gelernter Koch. Eigentlich ist es das einzige, was ich wirklich gelernt habe“, schmunzelt er. Und rührt behutsam etwas Mehl ins Blut. „Es soll eine zähflüssige Masse werden“, erklärt der Schauspieler. „Wie ein Soufflé, eigentlich.“ Eine große Einkaufsliste braucht es für dieses grandiose Gericht nicht. Blut, Milch, Mehl, Zwiebeln, Eier und Gewürze. „Wobei die Varianten des Bluttommerls vielfältig sind. Ob sehr dünn oder fluffig hoch: so viele Bauernhöfe wie es in der Gegend gibt, so unterschiedlich sind auch die Zubereitungsarten“, erklärt der Hobbykoch. Heiß dampfend kommt der Tommerl aus dem Ofen. Er ist geglückt. Und Schmölzer glücklich.