Der Darm ist ein essenzieller Bestandteil unseres Verdauungssystems. Das etwa sieben Meter lange Organ, das grob in Dünn- und Dickdarm unterteilt wird, hat neben dem Verdauen der Nahrung, die wir den ganzen Tag über zu uns nehmen, eine weitere wichtige Funktion: die Abwehr von Krankheitserregern.

„Den Großteil der Immunzellen, die Abwehrstoffe produzieren, beherbergt die Darmschleimhaut“, sagt Mag. Michaela Gobec, Apothekerin in Passail. Diese Abwehrzellen wandern vom Darm aus in den gesamten Körper. Eine gesunde und vielfältige Darmflora stärkt somit auch das Immunsystem und ein gesunder Darm ist wichtig für die ganzheitliche Gesundheit. Ein wesentlicher Faktor dafür, dass der Darm gesund ist und das auch bleibt, ist die Ernährung.

So ernähren Sie sich darmgesund

„Leider essen wir meist zu eiweißlastig, das heißt: zu viel Fleisch und Milchprodukte und damit auch zu fett“, sagt Gobec. Für eine darmgesunde Ernährung braucht es ballaststoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse. Das fördert die Darmmotilität, das ist die aktive Bewegung des Darms, ohne die die Verdauung nicht funktionieren würde. Ballaststoffe dienen auch als Präbiotikum, also als „Futter“ für eine gesunde Darmflora.

„Unsere Nahrung beeinflusst die Zusammensetzung der Darmbakterien. Nach drei Tagen Fast Food verändern sich die Mengenverhältnisse der unterschiedlichen Stämme – leider in die falsche Richtung“, so Gobec.

Eine Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, Obst und Gemüse ist aber nicht nur gesund für den Darm, sondern gleichzeitig wichtig für die Versorgung mit allen notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen. Eine darmgesunde Ernährung gilt also ganz generell als eine gesunde Ernährung – und ist daher auch förderlich beim Abnehmen.

Für einen gesunden Darm empfiehlt die Expertin außerdem, mindestens vier Stunden Abstand zwischen Mahlzeiten einzuhalten und die Nahrung immer gut zu kauen. Pflanzenbasierte Ernährung und ausreichend Wasser, etwa eineinhalb bis zwei Liter pro Tag, tun dem Darm auch gut.

Fasten kann ebenfalls zur Darmgesundheit beitragen: Dabei wird die sogenannte Autophagie angeregt. Das ist ein Vorgang im Körper, bei dem sich die Zellen selbstständig reinigen und erneuern. Gobec erklärt: „Zellen produzieren immer wieder fehlerhafte Enzyme, Eiweißbausteine usw. Durch das Fasten kann dieser ‚Zellschrott‘ recycelt werden.“

Apothekerin Mag. Michaela Gobec und Univ.-Prof. Dr.med.univ. Hermann Toplak sind zu Gast beim Gesundheitstalk
Apothekerin Mag. Michaela Gobec und Univ.-Prof. Dr.med.univ. Hermann Toplak sind zu Gast beim Gesundheitstalk © KK, Kanizaj

Tun Sie Ihrem Darm etwas Gutes

Mit Präbiotika in Form von Pulvern, die lösliche Ballaststoffe enthalten, oder Probiotika-Kuren als Pulver oder Kapseln können Sie in Sachen Darmgesundheit auch nachhelfen. Sprechen Sie aber unbedingt vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin bzw. der Apothekerin oder dem Apotheker Ihres Vertrauens, bevor Sie solche Präparate einnehmen.

Ein weiterer Tipp der Apothekerin: Ein aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, um die Darmtätigkeit anzuregen. „Ein flotter Spaziergang täglich reicht.“

Entstanden in Kooperation mit der Apothekerkammer und der Ärztekammer