Aus welchem Grund haben Sie sich für den Bau des Bades Stockenboi für Holz als Hauptbaustoff entschieden?

Sonja Hohengasser, Jürgen Wirnsberger: Einerseits war es der Wunsch der Auftraggeber. Andererseits hätte es aus unserer Sicht im Umfeld des Naturparks Weissensee sowieso keine sinnvollere und logische Alternative gegeben – zusätzlich bietet sich der Baustoff Holz auch für die Nutzung eines Strandbad-Gebäudes an: Ein Aufenthaltsort für Badegäste in Ufernähe.

Welche Rolle spielt der Holzbaupreis in Ihren Augen in Hinsicht auf das Vorantreiben der allgemeinen Wahrnehmung über den Baustoff Holz als natürliche und klimaeffiziente Ressource?

Der Holzbaupreis spielt dafür sicher eine wesentliche Rolle, da gute Beispiele für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und aufbereitet werden. Ein nicht gebautes Haus, bzw. die Umnutzung eines Leerstandes oder den Bestand als Baumaterial zu nehmen, wie es derzeit häufig zu hören ist, ist natürlich die klimaschonendste Bauweise.

Wenn ein Gebäude, aus welchen Gründen auch immer, neu errichtet werden muss, dann ist es ein gutes Gefühl, wenn das mit einem nachwachsenden Baustoff gemacht wird, dessen Bearbeitung auch noch regionale Arbeitsplätze schafft, und der - unbehandelt eingesetzt –  positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus hat und noch dazu schön ist.

Draußen Natur, drinnen Natur: Das Naturbad Stockenboi bietet einen sanften Übergang
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Was sind aktuell aus Ihrer Sicht die Trends im Holzbau?

Man kann auch größere Bauaufgaben mit Holz bauen, aufgrund der steigenden Effizienz in der Vorfertigung und der Arbeitsvorbereitung. Ein weiterer Trend ist hinsichtlich der Konzeptionierung von flexiblen Raumstrukturen für multifunktionale Nutzungen zu spüren. Sowie die Vorfertigung von Raumzellen für z.B. Hotels, Wohnbauten und ähnlichen Gebäudetypen.

Welche Gründe sprechen für den Holzbau, welche Trends befeuern diesen?

Abgesehen von den raumatmosphärischen Gründen, ist es in erster Linie natürlich die regionale Verfügbarkeit.

Bei uns im ländlichen Bereich gibt es auch noch die Anknüpfung an die regionale Baukultur und zusätzlich besteht die Möglichkeit, das Handwerk und die kleinstrukturiere Unternehmenskultur zu fördern.

Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger haben für die Planung des Naturbads Stockenboi auf den Baustoff Holz gesetzt
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Was sollten Häuslbauer beachten, wenn Sie sich für den Baustoff Holz entscheiden?

Der Baustoff Holz erfordert besonderes Fachwissen, man sollte daher eng mit den Planern und den Handwerkern zusammenarbeiten, um Fehler und in späterer Folge Bauschäden zu vermeiden.

Um die positiven Eigenschaften von Holz gänzlich ausnützen zu können, empfehlen wir für den Innenraum unbehandeltes massives Holz einzusetzen, dessen Oberfläche nur geölt, geseift oder gelaugt wird.

Was jeder Häuslbauer von Beginn an wissen muss, ist, dass Holz lebt und sich verändert und auch altert, damit muss man leben können, wenn man mit Holz baut.

Entstanden in Kooperation mit pro Holz Kärnten.