Es herrscht reges Treiben in der LebensGroß Zentrale in Graz. Mittendrin sitzt Lukas Kupfersberger und blickt konzentriert auf seinen Laptop. „Ja genau, einfach hier eintragen“, erklärt er seinem Gesprächspartner am Telefon. Leise genug, um die anderen nicht zu stören. Laut genug, um gut verständlich zu sein. „Nein, das ist kostenlos“, spricht er weiter. „Natürlich, wir freuen uns, wenn du auch die Trainingstermine für nächstes Jahr hochlädst.“ Kaum hat er aufgelegt, kontrolliert er die Daten am Laptop. Speichern. Und schon geht es weiter zur wöchentlichen Teambesprechung, wo sein Kollege Fabian Karrer schon auf ihn wartet.

Digitale Plattform für inklusiven Sport

Die beiden arbeiten am Sportfinder – einer digitalen Plattform, die Sportler:innen mit Behinderungen und Sportanbieter:innen zusammenbringt. Gemeinsam mit Partner:innen hat LebensGroß das digitale Projekt vor wenigen Jahren ins Leben gerufen. Lukas Kupfersberger war von Beginn an dabei. Obwohl er einen gänzlich anderen beruflichen Werdegang hat. Denn Lukas Kupfersberger ist Fahrradbote. Nach einer Teilqualifizierungslehre in der Gastronomie hat er auch die Ausbildung zum Fachsozialhelfer absolviert. „Vor etwa zehn Jahren bin ich dann zu LebensGroß gestoßen“, erzählt der heute 33-Jährige. Als junger Mann mit Behinderungen hat er damals beim Projekt „Sport für alle“ angedockt – und ist geblieben. Mittlerweile ist er für einige Stunden fix bei LebensGroß angestellt.

Soziale Innovation

So wie Fabian Karrer. Der 27-Jährige lernte LebensGroß im Rahmen eines Pflichtpraktikums im Studium der Erziehungswissenschaften kennen. „Die Arbeitsatmosphäre bei LebensGroß hat mir gut gefallen, deshalb habe ich mich dann für die Stelle beim Sportfinder beworben.“ Digitale Vorerfahrung hat der Quereinsteiger nicht. Aber Lernbereitschaft. „Mittlerweile weiß ich ganz gut, was die Begriffe Front End und Back End bedeuten“, meint er schmunzelnd. Aber Innovation sei ohnehin mehr als digitale Lösungen zu entwickeln. Sie beginne immer damit, Menschen zusammenzubringen. „Innovation bringt nichts, wenn sie Menschen überfordert“, weiß Fabian Karrer. Deshalb wird bei LebensGroß immer mit Betroffenen gemeinsam an Innovationsprojekten gearbeitet. Der Fokus liegt dabei auf sozialer Innovation – also Entwicklung, die die Gesellschaft vorantreibt.

Fabian Karrer, Mitarbeiter von LebensGroß
Fabian Karrer, Mitarbeiter von LebensGroß © LebensGroß

Erfahrungen einbringen

Dass positive Veränderungen oft im Kleinen beginnen, weiß Lukas Kupfersberger. „Ich habe in meiner Zeit bei LebensGroß viele Menschen mit Behinderungen kennengelernt, die gar nicht wissen, was sie alles können.“ Mit Projekten wie dem Sportfinder werden Möglichkeiten aufgezeigt, die den Horizont erweitern und unbekannte Potenziale zu Tage bringen können. Auch für die Mitarbeiter:innen selbst. Fabian Karrer und Lukas Kupfersberger beraten im Rahmen des Sportfinders nämlich nicht nur Sportvereine in Bezug auf barrierefreie Angebote und verwalten die digitale Plattform. Sie bereichern das Projekt durch ihre persönliche Erfahrung. Fabian Karrers Gleichgewichtssinn ist aufgrund einer angeborenen, neurologischen Störung eingeschränkt. Deshalb ist das Ausüben einiger Sportarten für ihn nicht möglich. „Gerade als Jugendlicher war ich der einzige Mensch mit Behinderung in meiner Bubble, da erlebt man nicht nur schöne Dinge“, erinnert er sich. „Aber mit meiner Arbeit hier kann ich diese Erfahrungen nutzen und in etwas Positives verwandeln.“

Manchmal fühle man sich als Mensch mit Behinderung wie ein Museumsstück, das besonders beäugt wird, meint Fabian Karrer. Bei LebensGroß sei das anders. „Wir diskutieren mit allen Mitarbeiter:innen - von der Bereichsleitung bis zum Marketing oder Rechnungswesen - auf Augenhöhe und unterstützen uns gegenseitig. Ich glaube, so etwas gibt es nur bei LebensGroß“, meint Karrer. Weil Vielfalt als Chance gesehen wird – im Unternehmen und für die Gesellschaft.

Entstanden in Kooperation mit LebensGroß.