Während immer weniger Kinder auf die Welt kommen, steigt die Lebenserwartung in Österreich kontinuierlich weiter. Kurz gesagt: Unsere Gesellschaft altert und dieser demografische Wandel führt dazu, dass die Pflege der Zukunft vor zahlreichen Herausforderungen steht. Auch bei der KAGes hat man längst erkannt, dass der steigende Pflegebedarf innovative Konzepte und langfristige Lösungen sowie Anpassungen des Systems verlangt. Einer dieser Ansätze ist die Priorisierung nach dem Prinzip „Digital vor Ambulant vor Stationär“. Kernziel dabei ist, den stationären Bereich zu entlasten und Patient*innen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.
Dafür sind jedoch nicht nur zusätzliche Maßnahmen erforderlich, wie etwa die Schaffung wohnortnaher, niederschwelliger Versorgungsangebote, sondern auch die entsprechende Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, wie auch KAGes Direktorin für Pflege Eveline Brandstätter betont: „Unsere Aufgabe ist es, eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, die auf Expertise, Innovationskraft und interdisziplinäre Zusammenarbeit setzt. Die Pflege der Zukunft wird maßgeblich von Expert*innen gestaltet, die mit neuen Technologien, strukturellen Anpassungen und patientenzentrierten Konzepten das System nachhaltig stärken.” Die Wege in dieses Berufsfeld sind vielfältig und ein Einstieg ist in fast jedem Alter möglich.
Dreijährige Ausbildung als Basis für weitere Ziele
Pflegekräften stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Fachrichtungen offen. Je nach persönlichen Interessensgebieten ist eine Spezialisierung in den Bereichen Intensivmedizin, Kinder- und Jugendlichenpflege, Onkologie oder Anästhesie möglich, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch bei der Betreuung älterer Menschen können Pflegekräfte ihr umfangreiches Wissen gezielt einsetzen.
Die Basis dafür schafft die dreijährige Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekraft. Im Anschluss stehen zahlreiche weitere Zusatzausbildungen zur Auswahl, wie etwa im Wundmanagement, in der Notfallmedizin oder in der Palliativpflege. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, durch akademische Weiterbildungen oder Studiengänge im Gesundheitswesen den Karriereweg in einer Leitungsposition fortzusetzen, wie etwa als Stations- oder Pflegebereichsleitung.
Wie ein Quereinsteiger zum Experten wurde
Für einen Einstieg in die Pflege ist es nie zu spät. Das beweist die Geschichte von Roland Vanicek auf eindrucksvolle Weise. Ursprünglich war er viele Jahre als Konditor tätig und in diesem Beruf sogar auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Dann entschloss er sich im Alter von 39 Jahren, eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu absolvieren. Durch die palliative Begleitung seines eigenen Vaters gelangte er schließlich auf die Palliativstation des LKH Hochsteiermark in Leoben.
Doch damit war sein Karriereweg noch lange nicht beendet. Vanicek bildete sich laufend weiter, absolvierte eine Vielzahl an Fortbildungen und freut sich mittlerweile über einen Master in Palliativer Pflege. Für seinen engagierten Einsatz durfte Roland Vanicek vor kurzem den VITA-Pflegeaward in der Kategorie „Experte” entgegennehmen.
Pilotprojekt ermöglicht Ausbildung ab 15 Jahren
Neben der Gesundheits- und Krankenpflege spielen auch die Pflegeassistenz- und Pflegefachassistenzberufe eine tragende Rolle. Die Aufgaben in diesen Berufen sind vielfältig und reichen von der Unterstützung bei der Mobilisation und Körperpflege über die Krankenbeobachtung bis zur Mitarbeit bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.
Um noch mehr Menschen für diesen Beruf zu begeistern, schlägt die KAGes mit dem Projekt „Pflegelehre” am LKH Graz II einen weiteren innovativen Weg ein. Das neuartige Ausbildungsmodell richtet sich besonders an junge Menschen nach der Pflichtschulzeit und ermöglicht mit einer dreijährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz, in der Praxis und Theorie gezielt kombiniert werden, den Einstieg in einen Pflegeberuf. Im Anschluss kann die berufsbegleitende Qualifikation zur Pflegefachassistenz erworben werden, die weitere Karrieretüren öffnet.
Mehr als ein Job
Wer sich für einen beruflichen Weg in der Pflege entscheidet, wählt eine Zukunft mit Sinn und Sicherheit. Davon ist auch Eveline Brandstätter überzeugt. „Pflege bedeutet, professionelles Handeln mit Unterstützung, Zuhören und empathischem Eingehen auf Menschen zu verbinden. Unser Leitmotiv ‚Menschen helfen Menschen‘ spiegelt genau das wider, was unsere Mitarbeiter*innen in ihrer Profession täglich leisten.“
Bei all der Verantwortung ist eine entsprechende Work-Life-Balance besonders wichtig. Dessen ist man sich bei der KAGes selbstverständlich bewusst und bietet daher flexible Arbeitszeitmodelle. Diese ermöglichen es, Beruf, Familie und Freizeit bestmöglich zu vereinbaren. Darüber hinaus genießen Pflegekräfte auch zahlreiche soziale und berufliche Benefits, wie eine bezahlte Mittagspause, Aus- und Weiterbildungsangebote oder eine betriebliche Kinderbetreuung.
Eines ist auf jeden Fall gewiss: Wer nicht nur einen Job machen möchte, sondern auf der Suche nach einer echten Berufung ist, liegt mit einer Pflege-Ausbildung goldrichtig.
Entstanden in Kooperation mit der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes).