Die US-Börsen haben am Freitag mit Kursverlusten geschlossen. Die Wall Street war zunächst in Reaktion auf robuste Arbeitsmarktdaten mit Kursgewinnen in die Sitzung gestartet, doch am Nachmittag sorgten dann schwächelnde Zahlen aus der US-Industrie und vor allem der Stopp der russischen Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 für steigende Nervosität an den ohnehin schon volatilen Finanzmärkten - die Vorzeichen der US-Indizes drehten sich.

Der Dow Jones schloss um 1,07 Prozent schwächer auf 31.318,44 Zählern. Auch der marktbreite S&P-500 büßte 1,07 Prozent auf 3.924,26 Einheiten ein. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 1,31 Prozent auf 11.630,86 Einheiten nach unten. "Anleger sollten damit rechnen, dass die Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten weitergeht", stimmte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG die Marktteilnehmer auf den historisch häufig schwachen Monat September ein.

Wirtschaftlich weiter in Bedrängnis

Die Nachricht, dass der Gazprom-Konzern die russischen Gaslieferungen an Europa über die Ostseepipeline Nord Stream 1 vollständig gestoppt hat, sorgten im Verlauf für einen Stimmungseinbruch. Angaben über die Dauer des Stopps machte Gazprom nicht. Die Nachrichten dürften die Befürchtungen verstärken, dass Europa wirtschaftlich weiter in Bedrängnis kommt.

Auch von US-Datenseite gab es am Nachmittag noch eine negative Überraschung: Die US-Industrie hat im Juli überraschend ein Auftragsminus eingefahren. Die Bestellungen gingen zum Vormonat um 1,0 Prozent zurück, Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet, nach revidiert plus 1,8 Prozent im Juni.

Positive Daten im US-Arbeitsmarktbericht

Robust präsentierte sich hingegen der zuvor veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht. Im August stieg die Zahl der Beschäftigten überraschend stark um 315.000 im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote fiel hingegen im Monat August mit 3,7 Prozent etwas höher aus als im Vorfeld angenommen. Die Löhne waren mit plus 0,3 Prozent etwas schwächer als erwartet gestiegen, was die Inflationserwartungen etwas dämpfen dürfte.

Dennoch "bleibt ein Stellenzuwachs von über 300.000 für diese Phase des Konjunkturzyklus doch weiterhin kräftig", kommentieren die Marktbeobachter Christoph Balz und Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. "Es ist daher unwahrscheinlich, dass die Notenbank diese leichte Beruhigung am Arbeitsmarkt zum Anlass nimmt, die Leitzinsen im September nur um 50 Basispunkte zu erhöhen", hieß es weiter.

Die US-Jobdaten hatten davor noch Europas Börsen befeuert. So hat auch die Wiener Börse am Freitag mit starken Gewinnen geschlossen. Der ATX stieg um 2,88 Prozent auf 2.891,46 Punkte. Auch an anderen europäischen Börsen ging es in Reaktion auf den am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht für August stark nach oben.

Ölwerte gefragt

Gesucht waren zum Wochenausklang Ölwerte. Chevron-Titel führten die wenigen Kursgewinner im Dow Jones an, die Aktien legten um 1,5 Prozent zu. Hess Corp stiegen um 3,8 Prozent. Exxon gingen um 1,8 Prozent fester aus dem Handel, und Schlumbeger verbuchten einen Kursgewinn von 3,3 Prozent.