Lange hat die Erleichterung nicht gehalten: Nachdem Österreich Ende Dezember des Vorjahres von der deutschen Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurde, hat nun die rasche Verbreitung der Omikron-Variante und das wieder verstärkte Infektionsgeschehen Deutschland neuerlich dazu veranlasst, Österreich neben vielen anderen EU-Staaten auf die Liste der Hochrisikogebiete zu setzen.

Die Änderungen wurden am Freitagnachmittag vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht und werden ab Sonntag, dem 16. Jänner 2022, wirksam sein. Somit ist Österreich wie die Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien als Hochrisikogebiet gelistet.

Geimpfte müssen nicht in Quarantäne

"Die Reiseeinschränkungen werden in erster Linie für ungeimpfte Gäste gelten", teilt die Wirtschaftskammer ihren Mitgliedern mit. "Dies bedeutet, geimpfte Personen können weiterhin einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich ohne Quarantäne bei der Rückkehr verbringen." Das Problem für den Tourismus: Die Absonderungspflicht gilt auch für Kinder, wobei bei Kleinkindern unter sechs Jahren die Quarantäne nach fünf Tagen auch ohne Freitestung automatisch endet.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) wies in einer Aussendung zu der Entscheidung am Freitag darauf hin, dass die Einschränkung durch die Neueinstufung geimpfte Personen nicht betrifft: "Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen." Personen, die weder geimpft noch genesen sind, müssen allerdings eine zehntägige Quarantäne antreten, von der frühestens nach fünf Tagen freigetestet werden darf.

 

Köstinger zeigte sich besorgt für den Wintertourismus wegen der nun vorgeschriebenen Quarantänepflicht für ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren bei der Rückkehr nach Deutschland: "Auch wenn Familien mit Kindern unter 12 Jahren nur rund ein Fünftel unserer ausländischen Gäste ausmachen, ist diese Regelung für Österreich problematisch, da alle Kinder, die noch nicht voll immunisiert sind, eine mindestens fünftägige Quarantäne antreten müssen, auch wenn deren Eltern voll immunisiert sind." Die ÖVP-Ministerin wolle sich deshalb "weiterhin dafür einsetzen, dass die Empfehlungen der Europäischen Union umgesetzt werden" – nämlich dass Deutschland Unter-zwölf-Jährige, die unter Aufsicht eines Erwachsenen reisen, von der Nachweispflicht befreit.

"Entwicklung ist enttäuschend, war aber erwartbar"

Köstinger verwies zudem auf die hohe Testrate in Österreich, die die Entscheidung Deutschlands ebenfalls beeinflusst haben könnte: "Diese Entwicklung ist enttäuschend, war aber erwartbar und eine logische Konsequenz. Denn die deutschen Kriterien für die Risiko-Einstufung basieren neben der Ausbreitungsgeschwindigkeit und Hospitalisierungsrate auch auf der Sieben-Tages-Inzidenz sowie der Testpositivrate. Hier muss man dazu sagen, dass in Österreich 32-mal so viel getestet wird als in Deutschland."