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InterviewWarum Werner Gutzwar als Fürstenfelder Bürgermeister geht

Nach 14 Jahren im Amt wird Werner Gutzwar Ende Oktober 2018 als Bürgermeister von Fürstenfeld zurücktreten. Im Interview spricht er über die Hintergründe seines überraschenden Abschieds aus der Politik.

Gemeinderat Fuerstenfeld
Bürgermeister Werner Gutzwar mit seinem designierten Nachfolger Franz Jost (rechts) © Harald Hofer
 

2015 haben Sie gesagt, Sie sehen sich erst in der „Halbzeit als Bürgermeister“. Was hat Sie jetzt bewogen, Ihren Rücktritt bekanntzugeben?

WERNER GUTZWAR: Seit meinem 55. Geburtstag im April habe ich gespürt, dass der politische Alltag für mich schwieriger geworden ist. Wenn als Bürgermeister das Zuhören schwerer fällt, dann sollte man auch den Mut und die Größe haben, zu sagen: „Ich gehe.“ Das habe ich konsequenterweise gemacht. Ich bin weder aus dem Amt hinausgedrängt worden, noch bin ich gesundheitlich angeschlagen oder habe mir etwas zuschulden kommen lassen. Meine politische Überzeugung ist, bei den Menschen zu sein, ihnen zuzuhören und mit aller Kraft die Entwicklung der Stadt und der Region voranzutreiben.

Zum Nachhören

Gutzwar dementiert Gerüchte über Rücktrittsgründe © Kleine Zeitung

War es ein Gefühl der Amtsmüdigkeit?

Amtsmüde nicht, aber es ist mir zuletzt beispielsweise schwer gefallen, am Sonntag zu Terminen auszufahren. Da denkt man sich, es wäre jetzt schöner, die Füße auf dem Sessel zu behalten und sich nicht umziehen oder vorbereiten zu müssen.

Wie haben Sie heute die Reaktionen empfunden?

Als ich heute durch Fürstenfeld gegangen bin – mit erhobenem Haupt und Tränen in den Augen – war ich stolz. In der Hauptstraße sind Leute auf mich zugekommen und haben „Danke“ gesagt. Die E-Mails und wer mich alles angerufen hat, das war schon bemerkenswert. Das ist ein schönes Gefühl. Ein Politiker kann selten eine Ernte einfahren, aber ich kann das für mich jetzt in Anspruch nehmen.

Werden Sie bis Oktober noch als Fürstenfelder Bürgermeister in der Stadt präsent sein?

Ja, es ist mein Amtsverständnis, bis zum letzten Oktobertag die Aufgaben wahrzunehmen – und das gerne. Entscheidungen, welche die Zukunft betreffen, etwa das Budget 2019 oder Planungen im Bereich der S 7, werden in Absprache mit meinem Nachfolger erfolgen.

Das sagen die anderen Parteien

Überrascht reagierten die Oppositionsparteien auf den Rücktritt von Bürgermeister Werner Gutzwar. „Ich hätte mir erwartet, dass wir es zumindest vor den Medien erfahren“, sagt SPÖ-Fraktionschef Michael Prantl. Er ortet einen möglichen Interessenskonflikt zwischen Josts Tätigkeit als Immobilienunternehmer und der Funktion des Bürgermeisters als Bauinstanz. Prantl: „Wir werden genau darauf achten.“

Grün-Gemeinderat Harald Peindl hätte sich, wie Prantl, gewünscht, dass der Gemeinderat früher informiert worden wäre: „Ich zolle aber der Leistung Werner Gutzwars Respekt und gratuliere Franz Jost.“

„Handschlagqualität“ spricht FPÖ-Fraktionschef Christian Schandor dem künftigen Bürgermeister zu. Es sei zwar weiterhin der Wunsch der FPÖ, von der ÖVP einen Stadtratssitz zugesprochen zu erhalten, „ich glaube aber, dass dieser auch unter Jost nicht in Erfüllung gehen wird.“

Kommentare (2)

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ReneKollo
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Alles Gute für den 'Alt BM' und

was hat die S / Prantl bisher getan: Jost ist und war jetzt auch Vizebm, Immobilienmakler und Obmann des Bauausschusses. Ein Stadtrat für F - für was? Beschlüsse der türkisen V (bin schon neugierig, was die ohne ihren Leithammel machen) abnicken - dafür brauch ich keinen Stadtrat und Geld wird er eh schon genug haben als NR. Und Grün - noch mehr Umweltschutz! (siehe Flächenwidmung u. Bodenversiegelun, Unwetter, Klimawandel usw.)

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ffld
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Vize ?

ja, Vize seit 4 Wochen !!!
Geförderte Grundstücke werden über Willhaben und der Immo Firma von ihm verkauft.
Der Käufer muss auch die vorgeschlagene Baufirma nehmen.
Einfach mal unter Willhaben, Fürstenfeld, Hausverkauf nachlesen....

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