Es gab wohl lange kein Thema, das die Region so sehr beschäftigt, wie die Pläne zur Schließung des Reha-Zentrums in Aflenz. Wie berichtet, denkt die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) im Zuge eines Ausbaus in St. Radegund darüber nach, die beiden Reha-Zentren aus wirtschaftlichen und versorgerischen Gründen zusammenzulegen. Gegen diese internen Überlegungen formiert sich seit deren Bekanntwerden Protest, eine Solidaritätsbekundung im Kurort ist für den Palmsamstag (28. März) geplant.

Am Palmsamstag wird man auf die Straße gehen. Im Bild (v.l.) Christian Polaschek, Stefan Hofer, Eva Hirschmanner, Eveline Moik und Hubert Lenger
Am Palmsamstag wird man auf die Straße gehen. Im Bild (v.l.) Christian Polaschek, Stefan Hofer, Eva Hirschmanner, Eveline Moik und Hubert Lenger © Hanna Fladl / Gemeinde Turnau

„Ungläubiges Staunen“ lösten die Pläne auch bei Peter Redl aus. Er war jahrzehntelang für die SPÖ in Aflenz aktiv und als Verwaltungsdirektor 25 Jahre im Reha-Zentrum tätig. „Für mich ist es komplett unverständlich, dass das gemacht wird“, meint er und erläutert: „Ich denke in erster Linie auch an den Ort. Ein jeder hier würde extrem leiden und wir müssten etliche Geschäfte zusperren. Als ich gemerkt habe, dass es ernst wird, bin ich in die Gänge gekommen.“

Petition ist sehr gut angelaufen

Als Teil des „Personenkomitee für den Erhalt des Rehabilitationszentrum Aflenz“, einer losen Interessensgruppe aus Aflenz, stellte er am Montag unter dem Titel „Rettet das RZ Aflenz: Keine Schließung durch Verlagerung nach St. Radegund“ eine Online-Petition auf. In weniger als 24 Stunden sammelte diese bereits über 2000 Unterschriften aus ganz Österreich. „Das ist sensationell, da gibt es, glaube ich, wenige regionale Petitionen, die derart erfolgreich sind.“, erzählt Redl. Er habe diese eigentlich nur in einem kleinen Kreis gestartet und an seine Kontakte weitergeleitet: „Dass das Ganze so viral geht, hätten wir uns nicht erwartet.“

Peter Redl ist Teil des Personenkomitees
Peter Redl ist Teil des Personenkomitees © Marco Mitterböck

Neben der Forderung nach einem Stopp der Zusammenlegungspläne und nach einer Standortgarantie, will man mit der Petition auch Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen. Wenn man den Kommentaren glaubt, haben einige davon die Petition bereits selbst unterschrieben. Auch Patienten melden sich zu Wort: „ Ich war mittlerweile 9 [sic] Mal dort und habe jedes Mal enorm profitiert. Schon weit vor über 20 Jahren habe ich hier gelernt, wie ich mit meinem Diabetes gut und selbstbestimmt leben kann.“

Das Reha-Zentrum Aflenz
Das Reha-Zentrum Aflenz © KLZ / Barbara Rechberger