Seit mehr als 30 Jahren feilt Robert Lotter mit den Institutionen Kunsthaus Muerz und Viktor-Kaplan-Akademie an der Idee einer Welterbe-Region Semmering-Schneealpe. Nach mehrjährigen Vorarbeiten wurde schließlich im Jahr 2017 diese Welterbe-Region gegründet, der die Gemeinden Langenwang, Mürzzuschlag, Neuberg und Spital am Semmering angehören.
Das Ziel dieser Kleinregion ist die Regionalentwicklung im Schatten des Welterbes und in Anbetracht der Fertigstellung des Semmering-Basistunnels. „Die Fertigstellung der Ghega-Bahn im Jahr 1854 war ein gigantischer Impuls für die Semmeringregion und für die ganze Obersteiermark. Ein ähnlicher Impuls bedeutet der Tunnel für das obere Mürztal, einen dritten Impuls dieses Ausmaßes wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Eine Chance, die wir nützen müssen“, so Lotter. Übergeordnetes Ziel müsse es sein, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen.
Initiative „Area Süd“
Immer lauter werden die Rufe, dass Koralmtunnel und Semmeringtunnel die Jahrhundertchance für die steirische Wirtschaft sein werden. Und immer mehr Initiativen nehmen sich diesem Thema an, auch die Wirtschaftskammer ist mit der Gründung der „Area Süd“ und der Definition eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes Südösterreich mit Steiermark und Kärnten auf diesen Zug aufgesprungen.
Dadurch entsteht mit Steiermark und Kärnten die zweitgrößte Wirtschaftsregion Österreichs und soll den steirischen Unternehmen einen starken Impuls für die kommenden Jahrzehnte geben. Auch die rund 9.000 Betriebe der Bezirke Bruck-Mürzzuschlag und Leoben wollen als gewichtiger Teil dieser Region wahrgenommen werden.
„Es bedarf einiges an Kopfarbeit“
Robert Lotter ist zwar der Motor hinter der Welterberegion, geht es nach ihm, dann wäre es jedoch an der Zeit, dass andere das Heft des Handelns in die Hand nehmen. „Es bedarf einiges an Kopfarbeit, dazu braucht es die richtigen Netzwerke und letztendlich braucht es die Emotion“, erklärt er. Kopfarbeit bedeutet die von den ÖBB zur Verfügung gestellte Infrastruktur bestmöglich zu nutzen und in verwertbare Projekte umzumünzen. Bei der Netzwerkarbeit kommt die Politik ins Spiel. Ohne Geld und Fördermöglichkeiten wird es schwierig werden, Projekte umzusetzen. Über die passenden Marketinginstrumente soll auch die Emotion in der Bevölkerung geschürt werden.
Die vier Gemeinden der Welterberegion sind ein kleines Rädchen im Wirtschaftsraum der Area Süd, die vom Semmering bis Villach reicht. Es wird Verbündete brauchen, um innerhalb dieses Raumes wahrgenommen zu werden. „Sollte es ähnliche Bemühungen in Bruck und Kapfenberg geben, so ist das unbedingt zu begrüßen und wir sollten uns gerne verbünden. Es würde nichts bringen, wenn wir uns im Mürztal konkurrieren würden“, erklärt er.