In Rottenmann gehen die Uhren anders als in der Nachbarstadt Trieben, wo sich nach einer mehrheitlich positiven Volksbefragung voraussichtlich bis 2028 die ersten Windräder drehen sollen (wir berichteten). Der Hintergrund: Vor Kurzem waren Fachleute des Landes beim Rottenmanner Bürgermeister Günter Gangl (ÖVP) und brachten eine Ausweisung des Hubereck-Gebietes im Norden von Rottenmann als Eignungszone für Windenergie aufs Tapet.

Das Thema beschäftigt die Paltenstadt seit Jahren: Im Jahr 2019 gab es beim ersten Aufkommen von Windparkplänen für das Hubereck bereits einen ablehnenden Gemeinderatsbeschluss samt einer Petition. Weil das mögliche Hubereck-Windparkprojekt an der Gemeindegrenze zwischen Rottenmann und Admont entstehen würde, war bei der Unterredung mit den Vertretern des Landes auch der Admonter Bürgermeister Christian Haider (ÖVP) anwesend.

Admont bleibt bei Zustimmung

Der Admonter Gemeinderat hat bereits einen einstimmigen Beschluss pro Windräder gefasst. „Dieser Grundsatzbeschluss für die Windenergie hat für mich weiter Gültigkeit. Jetzt ist Rottenmann am Zug. Schauen wir, was dort herauskommt“, bekräftigte Haider im Gespräch mit der Kleinen Zeitung im Vorfeld.

Bürgermeister Gangl brachte das Thema am Mittwochabend in den Gemeinderat. Einleitend berichtete er von einem Gespräch mit Franz Pichler. Der Wirtschaftsdirektor des Stiftes Admont habe vorgeschlagen, vor einer Abstimmung erst einmal ein ausgearbeitetes Projekt abzuwarten. Das Stift Admont ist für das Windparkprojekt von zentraler Bedeutung, weil es am Hubereck Grundbesitzer ist.

„Kein Kompromiss“

Bei Gangl stieß Pichler mit seinem Anliegen auf taube Ohren. „Kein Kompromiss. Wir lehnen das Projekt von der ersten Minute an ab und lassen nicht erst planen und stimmen dann dagegen.“ Sein Antrag, eine Eignungszone oder auch eine Vorrangzone im Bereich Hubereck abzulehnen, fand bei der Abstimmung im Gemeinderat so eine klare Mehrheit: 18 Stimmen dafür, drei Stimmenthaltungen (von einem Stadtrat, einer Gemeinderätin und einem SPÖ-Gemeinderat) und keine Gegenstimme.

Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark, die das mögliche Windparkprojekt Hubereck federführend verfolgt, will den ablehnenden Rottenmanner Beschluss derzeit nicht kommentieren. Das gilt auch für die Frage, ob die Windräder am Bergrücken nun rein auf Admonter Gemeindegebiet errichtet werden könnten. „Wir schauen uns das ganz in Ruhe an. Die Ausweisung erfolgt durch das Land. Wir halten uns an die gute Zusammenarbeit auch mit der Region“, so Harnik-Lauris.

Scharmützel rund um Finanzstadtrat

Was noch noch besprochen wurde: Finanzstadtrat Helmut Schaupensteiner verteidigte sein Vorgehen, Zahlen aus dem Gemeindehaushalt in einer privaten WhatsApp-Gruppe und in einer Aussendung seiner WIR-Fraktion bekanntgegeben zu haben: „Ich wurde da in der letzten Gemeinderatssitzung massiv angegangen. Seit 1. September 2025 gilt das neue Informationsfreiheitsgesetz, Bürger müssen aktiv informiert werden. Das Amtsgeheimnis ist abgeschafft“, so Schaupensteiner, der die Arbeit der Finanzabteilung lobte.

Der Konter von Vizebürgermeister Klaus Baumschlager folgte postwendend. „Die Veröffentlichung ist Aufgabe der Gemeinde und kann nicht in einem Parteiblattl der Bürgerliste WIR erfolgen. Das stößt mir auf“, so Baumschlager. Insgesamt ist der Rechnungsabschluss 2025 bei einem Budget von 15 Millionen Euro knapp positiv. Dies sei durch Einsparungen, etwa bei Straßensanierungen, erzielbar gewesen, so Buchhaltungsleiterin Andrea Eibegger. Das sei aber nicht jedes Jahr möglich: „Irgendwann müssen anstehende Arbeiten erledigt werden.“