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Von Steuerfahndung erwischtOststeirischer Obsthändler betrog Staat um neun Millionen Euro

Steuerfahndung zog Jahresbilanz. Unter den Großfällen 2019 befand sich auch ein steirische Obsthändler. Insgesamt wurden 561 Fälle bearbeitet und 104 Millionen Euro an Steuern eingetrieben.

Die Steuerfahndung im Finanzministerium zog Bilanz
Die Steuerfahndung im Finanzministerium zog Bilanz © Jrgen Flchle - Fotolia
 

Die Steuerfahndung hat im Vorjahr 561 Fälle bearbeitet und dabei 104 Millionen Euro an Steuern eingenommen. 2019 wurden insgesamt 104 Zwangsmaßnahmen durch die Steuerfahndung durchgeführt, diese beinhalten unter anderem 85 Hausdurchsuchungen an 292 Einsatzorten mit insgesamt 1472 Personentagen. Bei diesen Hausdurchsuchungen wurden unter anderem 72.000 GB an IT-Daten sichergestellt.

Das teilte das Finanzministerium in einer Bilanz-Aussendung am Sonntag mit. "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und schadet nicht nur dem Standort, sondern auch dem Ruf der Wirtschaft", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Die Steuerfahndung leiste wichtige und wertvolle Arbeit im Sinne der korrekten Steuerzahler. "Wir werden auch weiterhin entschlossen gegen Steuerbetrug vorgehen."

Spezialeinheit

Die Steuerfahndung ist eine Spezialeinheit für Ermittlungen in besonderen Finanzstraffällen, die sowohl nationale Koordinationsaufgaben als auch den internationalen Kontakt in großen grenzüberschreitenden Fällen von Mehrwertsteuerbetrug wahrnimmt. Im vergangenen Jahr konnten auch zahlreiche teils spektakuläre Fälle abgeschlossen werden.

So wurde beispielsweise ein internationaler Karussellbetrug aufgedeckt, bei dem die Täter Fliesen statt Smartphones in Verpackungen von Mobiltelefonen verstaut hatten. Die Verpackungen sollten nicht auffallen und wurden bewusst so präpariert, dass bei Gewichtskontrollen der Lieferungen im Rahmen der Verzollung niemand Verdacht schöpfen sollte. Die "Fliesen-Handys" waren natürlich niemals für den Verkauf bestimmt, sondern sind gewiefte Instrumente zum Umsatzsteuerbetrug. Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch am Laufen.

Abgabenbetrug und -hinterziehung im großen Stil betrieb der Lokalbesitzer eines China-Restaurants in Vorarlberg. Mithilfe eines Programmierers manipulierte er seine Registrierkasse so, dass Umsätze im Nachhinein aus dem System gelöscht werden konnten. Hausdurchsuchungen der Steuerfahndung brachten dafür zahlreiche Beweise zutage, der Lokalbesitzer zeigte sich danach geständig. Abgabenrechtliche Nachforderungen in Höhe von fast 600.000 Euro wurden gestellt.

Exporte vorgetäuscht

Bei einem weiteren Fall konnten die Steuerfahnder einen oststeirischen Obsthändler überführen, der sämtliche vorgelegten Vollmachten von ausländischen Unternehmen, diverse Rechnungen sowie auch die vorgelegten Transportpapiere gefälscht hatte und es zu keiner Zeit Lieferungen von Äpfeln ins Ausland gegeben hat. Sogar Firmenstempel und Zollstempel ließ der Beschuldigte selbst anfertigen, um die Dokumente fälschen zu können. Die Tat wurde vom beschuldigten Steirer letztendlich auch vollumfänglich gestanden. Er verursachte durch seine Handlungen einen Schaden von neun Millionen Euro.

In einem weiteren Fall wurde vier Jahre lang gegen einen Getränkegroßhändler aus Salzburg ermittelt. Der Händler hatte es etlichen Gastronomiekunden ermöglicht, nicht registrierte Bareinkäufe zu tätigen. Die Bareinkäufe der Wirte und Lokalbetreiber sind in weiterer Folge beim Getränkegroßhändler als namenlose Barverkäufe oder als Verkäufe an andere Kunden fakturiert worden. Die Ermittlungen der Steuerfahndung haben hierzu ergeben, dass Kundennamen erfunden und Scheinkundenkonten in der Buchhaltung des Getränkegroßhändlers zur Verschleierung der tatsächlichen Warenempfänger angelegt wurden. Die abgaben- und finanzstrafrechtlichen Prüfungen durch die Außenprüfer des Finanzamtes Salzburg-Stadt und der Steuerfahndung Salzburg bei 15 identifizierten Gastronomiekunden und Schwarzeinkäufern führte zu abgabenrechtlichen Nachforderungen von über 4,2 Mio. Euro.

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Werte Redaktion der Kleinen Zeitung, .....

Warum werden Berichte auf die Schnelle ins Medium geklatscht wo die Angaben über das "WER" nicht stimmen, einen halben Tag später werden Korrekturen im Text nach einigen Diskussionen durch User im Forum erst wahrgenommen und vorgenommen!
Wieso muss zuvor durch unvollständige Recherchen und Textinterpretierungen Unruhe dadurch produziert werden?!?
Ich bitte deswegen mit Nachdruck 7um sorgfältige und den Dingen entsprechende Berichte!!

FySy
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Interessant

Wieso wir dieser Betrug so schnell gefunden und bei einer Bank in Burgenland verschwinden hunderte Millionen und keiner bemerkt etwas.

tannenbaum
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Ganz

kapiere ich das nicht. Wie geht das. Da täuscht jemand vor, er verkauft große Mengen Obst und verursacht dadurch eine Schaden von neun Millionen Euro? Sollte dieser Bauer für seine Einnahmen nicht Einkommenssteuer bezahlen? Oder ist es sogar so, dass die Bauern für jeden nachgewiesenen Verkauf auch noch eine Förderung vom gemeinen Steuerzahler erhalten? Hoch lebe der Kapitalismus, der kleine Erwerbstätige wird’s schon bezahlen!

dukostmi
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@Tannenbaum:

Dass Sie nicht durchblicken, liegt daran, dass Sie den Artikel nicht gelesen haben. In der Überschrift wurde von der Redaktion fälschlicherweise Obstbauer geschrieben und sehr spät korrigiert, obwohl es sich um einen Obsthändler gehandelt hat. Das stand aber im Artikel.

Trieblhe
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@tannenbaum

Sie schreiben selbst, dass Sie nicht durchblicken, unterstellen aber gleich angebliche Förderungen? Das ist nicht der Fall, hier handelt es sich um einen riesigen Betrug mit Vorsteuern und gefälschten Vollmachten.

SoundofThunder
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😏

Das ist ja nur ein Fünftel von dem was sich der Kanzler für seine Eigenpropaganda gönnt.

melahide
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Aha

Letzte Woche gab es einen Artikel über „Sozialbetrug“ wo sich viele echauffierten....die im Artikel 104 Millionen Euro ist das, was Firmen hinterziehen wollten, die Finanz aber draufgekommen ist. Die Empörung darüber hält sich in Grenzen. Auch bei Schwarzarbeit zb

Dem Staat etwas vorzuenthalten ist bei uns ja Volkssport. Auch wenn man es der Gemeinschaft vorenthält. Aber wehe jemand geht nach 45 Jahren Arbeit in Pension. Da simma neidig. Ein Skandal gleichwohl!

Nach unten treten, nach oben kuschen! Vielgerühmtes Österreich!

Civium
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Und das sind genau die Leute die einen

Arbeitslosen ihr Arbeitslosengeld neiden, und
als Unternehmer betrügen bis die Balken brechen!

Buero
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Bitte Kleine Zeitung

Schlagzeile ändern. Das war ein Obsthändler und kein Obstbauer!!!!!!!

DukeNude
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Genial

Der Typ war sicher 100 mal vifer als unser Finanzminister.

zyni
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Beim Restaurantbetreiber muss man

schmunzeln..... solange es keine Belegannahmepflicht gibt, ist die Regelung zahnlos.

Patriot
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Viel zu wenig haben sie aufgedeckt, weil es viel zu wenige Kontrollore gibt!

Dafür haben schon der ehemalige Finanzminister Grasser und der ehemalige Bundeskanzler Schüssel gesorgt.
Und der dzt. Kanzler Kurz und FM Blümel tun nichts dafür, dass sich das ändert!
Es wird auch zukünftig lustig hinterzogen und dafür türkis gewählt!

ma12
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Gaunereien

Diese Regierungstypen werden doch nicht ihre Großspender zur Kassa bitten! Wo bleibt dann das Schmiergeld? Wieder einmal werden nur Kleinen und Mittleren geprüft.

Pelikan22
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Aber Patriot!

Reg dich nicht auf. Ich wähl dafür den Leichtfried, den Beppo, die Heinisch Hosek und natürlich auch die PRW. Weil die sind ja so dahinter beim "Aufdecken" .. äh Abräumen!

Patriot
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@Pelikan22: Sehr schwache Reaktion!

.

dieRealität2019
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und wieder darf ich schreiben

diese Gaunereien des Steuerbetrugs aller Arten, sind uralt und kenne ich seit Anfang der 60iger Jahre. Noch viel zu wenig wird aus meiner Sicht drauf geachtet. Die Finanz sollte langsam die EDV die sie ja schon haben weiter ausbauen und ausarbeiten vor allem die Verhältnismäßigkeiten. Gleichzeitig aber auch vor Ort die Daten überprüfen.
.
Hier geht es nicht um den klassischen Steuerbetrug wie Hinterziehung der Einkommensteuer und Vermögensteue, sondern zB. die Import und Export steuern, Mehrwertsteuer, Rückvergütungen von Investitionssteuer usw.
.
Ausländer gründen Firmen und importieren größtenteils nur am Papier einen Maschinenpark den es nicht gibt und für den sie Steuern geltend machen und holen sich dann die Rückvergütungen. Das sind ua. für manche Firmen ein- zweistellige Euro Millionenbeträge. Ohne physischer Kontrolle vor Ort nur sehr schwer zu fassen.
.
Die größten Summen werden mit der Rückvergütung der Mehrwertsteuer erzielt.
.
Zur Information diese Manipulationen haben nichts mit der Handkasse zu tun. Diese Aktion war nur für den kleinen Steuerbetrug und für die arbeitende Öffentlihckeit eine politische Aktion.

calcit
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Sie haben ja recht und die Finanz weiß da auch ganz genau Bescheid...

...wie das geht und wie das funktioniert. Fakt ist, es sind einfach zu wenige Beamte und auch was anderes - in vielen Fällen ist es auch nicht gewollt, dass dem nachgegangen wird...

dieRealität2019
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stimmen ihnen zu, naja es ist nun einmal Tatsache,

wie bei der Oberbankprüfungen, dass die "Bearbeiter" und
"Entscheidungsträger" schlicht und einfach nicht den erfoderlichen Arbeitsaufwand damit betreiben. Das ist bedauerlicherweise in unserer Bürokratie und Politik ein erhebliches Problem.

Bodensee
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ich gehe davon aus,.....

.......dass die erwähnten Großbetrüger für mindestens 10 Jahre in den Häfn müssen.

gonde
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Träum weiter...

.

Immerkritisch
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Gut,

dass alle Wirte in Österreich ihre Steuern ehrlich abführen. Es ist kaum mehr geworden und daher die Diskussion, dass die Registrierkassenpflicht umsonst war......

Goofy17
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Das

war ein Händler und kein Obstbauer liebe Kleine

Baerli6
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Goofy!

Dein Freund?

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Lies den zitierten Text bitte nochmals "Goofy17"!!

Exporte vorgetäuscht

Bei einem weiteren Fall konnten die Steuerfahnder einen steirischen Obstbauern überführen, der sämtliche vorgelegten Vollmachten von ausländischen Unternehmen, diverse Rechnungen sowie auch die vorgelegten Transportpapiere gefälscht hatte und es zu keiner Zeit Lieferungen von Äpfeln ins Ausland gegeben hat. Sogar Firmenstempel und Zollstempel ließ der Beschuldigte selbst anfertigen, um die Dokumente fälschen zu können. Die Tat wurde vom beschuldigten Obstbauer letztendlich auch vollumfänglich gestanden. Er verursachte durch seine Handlungen einen Schaden von neun Millionen Euro.

Jetzt alles im grünen Bereich und richtig verstanden "Goofy17"?!?

dukostmi
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@Geerdeter Steirer:

Lieber selber nochmal lesen und vorher Brille putzen.

dieRealität2019
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wer das auch war oder was genau Sache ist, man kann es als zutreffend bezeichnen

da diese Methode seit der "Grenzöffnung"und den Beitritt zur EU der ehmaligen Ostländer "Wirtschsftsgleichheit" immer mehr diese Gaunereien um sich greifen. Wie bei der Oberbank.
.
Die Finanz hat keine Kontrolle vor Ort ua. bei der Zollabwicklung vorgenommen und einerseits nicht die Gegenbuchungen und nicht den Warenfluss bzw. abgefragt und vor Ort konrolliert.
.
Dazu bedarf es natürlich erhebliches Personal, nur wenn hier clever genug gearbeitet wird zahlt sich der Aufwand größtenteils selbst.

 
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