Olympia-BilanzDas waren Österreichs Tops und Flops in Tokio

Die Spiele in Tokio waren aus österreichischer Sicht eine der erfolgreichsten. Doch es gab auch so manche Enttäuschungen in Rot-weiß-Rot.

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Österreichs Goldkind Anna Kiesenhofer © AP
 

Tops:

+ Sie war die Sensation im ÖOC-Team und sorgte auch weltweit für Schlagzeilen: Der völlig unerwartete Sieg und damit Gold durch Anna Kiesenhofer im Rad-Straßenrennen nahm Österreichs Delegation früh den Druck. Die 30-jährige Niederösterreicherin sorgte für das erste Radsport-Olympia-Gold seit Adolf Schmal bei den ersten Spielen der Neuzeit 1896 in Athen.

+ Österreichs Judokas errangen durch Michaela Polleres und Shamil Borchashvili die ersten Olympia-Medaillen seit Silber 2008 durch Ludwig Paischer. Die Medaille von Polleres glänzte in Silber, die Niederösterreicherin musste sich erst im Finale beugen. Der gebürtige Tschetschene, der mit seiner Familie als Kind nach Österreich geflüchtet war, ist seit 2017 Staatsbürger und überraschte mit Bronze in der Klasse bis 81 kg.

+ Österreichische Olympia-Geschichte schrieben Magdalena Lobnig und Lukas Weißhaidinger mit ihren Bronzemedaillen in Tokio: Die Kärntnerin holte im Einer als erste Frau für Österreich eine Ruder-Medaille und der 29-jährige Diskuswerfer aus Oberösterreich wurde in der Leichtathletik zum ersten männlichen Olympia-Medaillengewinner für Rot-weiß-rot überhaupt.

+ Bettina Plank sorgte mit ihrer Bronzemedaille dafür, dass Österreich beim Debüt der Sportart Karate im Medaillenspiegel aufscheint. Vorerst wird es auch die einzige Medaille in dieser Sportart bleiben, denn 2024 in Paris ist die japanische Kampfkunst nicht im Programm. Die Vorarlbergerin kämpft normalerweise in der Kumite-Klasse bis 50 kg, bei den Sommerspielen musste sie es nach der Zusammenlegung mit der 55er-Klasse mit teilweise unbekannten Gegnerinnen aufnehmen.

+ Gekommen, um zu bleiben sind die Kletterer und auch hier hat Österreich gleich angeschrieben; Jakob Schubert holte im dramatischen Finale mit einem Sieg im Vorstieg doch noch die hochersehnte Medaille. Mit Bronze belohnte sich der 30-jährige Tiroler Schubert nach acht WM-Medaillen, darunter drei Titeln, auch mit olympischem Edelmetall.

+ Felix Auböck blieb zwar ohne Medaille, aber seine Leistungen waren top: Mit drei Finalteilnahmen, darunter Rang vier über 400 m und nur um 0,13 Sekunden verpasster Bronzemedaille, und österreichischen Rekorden auf jeder seiner Strecken hat er sein Formhoch zur rechten Zeit gehabt. Über 800 und 1.500 m Kraul wurde der Niederösterreicher jeweils Siebenter.

Flops:

- Große Hoffnungen, lange Vorbereitungszeit, teurer Transport und dann bekommt das Pferd Zahnweh. Für Österreichs beste Dressur-Reiterin Victoria Max-Theurer ist nichts aus ihren fünften Olympischen Spielen geworden, denn ihr Toppferd Abegglen litt unter einem eitrigen Backenzahn. Das bedeutete nicht nur das Aus für die Oberösterreicherin als Einzelreiterin, sondern auch für das Team. Ebenfalls Pech hatte in der Vielseitigkeit Katrin Khoddam-Hazrati, deren Cosma beim Aufwärmen ein Hufeisen verlor und nach neuem Beschlagen nicht mehr lahmfrei ging.

- Enttäuschend verliefen die Spiele für Österreichs Segler: Statt mit drei Medal-Race-Teilnahmen und einer Medaille reisten sie mit der bescheidenen Ausbeute von Rang zehn, elf und siebzehn heim. Als einziges OeSV-Boot schafften es die 49er Benjamin Bildstein/David Hussl als Zehnte in das Medal Race der Top Ten. Thomas Zajac/Barbara Matz im Nacra 17 Foiling (11.) und Tanja Frank/Lorena Abicht (17.) im 49er FX waren schon davor aus dem Rennen.

- Am Stück schlecht lief es für die ÖOC-Triathleten: Julia Hauser musste noch während des Schwimmens nach einem Schlag auf den Kopf aufgeben, Alois Knabl schied nach einem Sturz mit Rad-Defekt aus. Und schließlich musste die Mixed-Staffel wegen einer Verletzung von Lisa Perterer absagen. "Das waren katastrophale Spiele für uns", meinte dann auch ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr. Es schauten nur die Ränge 26 von Lisa Perterer und 34 von Lukas Hollaus im Einzel heraus.

Kommentare (17)
CBP9
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Peinlich wie bei uns das schlechte Ergebnis auch noch schöngeredet wird

Einfach schwach! Rate jedem mal auf das Ergebnis der Holländer zu schauen.

hbratschi
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allergrößten respekt...

...vor allen teilnehmern. aber österreich ist eben keine sportnation. im medaillenspiegel ist von den europäischen nationen nur noch nordmazedonien und portugal hinter uns. auch im winter schaut's nicht viel besser aus, wenn man so (welt)randsportarten wie schifahren außer acht lässt...

wiesengasse10
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Hbratschi, ich bin da voll bei dir....

Nur zur Vollständigkeit: auch noch Irland und Finnland waren hinter uns, ändert nix daran, dass wir so gesehen ein eurpäischer Zwerg sind. Was machen Slowenien, Slowakei, Belgien, Tschechien, Rumänien, Dänemark, Schweden, Norwegen besser als wir ??

hbratschi
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@wiesengasse

irland hat zwei goldene. aber san marino, lettland und litauen hab ich noch hinter uns gefunden... ;o)

anonymus21
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Reitsport bitte

weg von Olympia. Und gebt den modernen FünfkämpferInnen ein MTB. Skateboard passt irgendwie auch nicht zu Olympia btw...

CBP9
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Nennt man wohl Olympiatourismus

In viele Sportarten …

anonymus21
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dabei sein ist alles

Vielleicht schon mal davon gehört...?

FRED4712
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jahrelang auf vieles verzichten

um dann 37. oder 45. zu werden......für mich wäre das nicht wirklich interessant gewesen......und seien wir ehrlich, selbst die Goldmedaille interessiert in den meisten Sportarten nach einigen Wochen gerade noch die Verwandtschaft......wer kennt den Goldenen von Rio im Bogenschiessen???

haumioh
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antwort

Wilhelm tell aus der Schweiz

FRED4712
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jetzt dass blöde....

w. tell hat es nie gegeben....., trotzdem liegt die schweiz um einiges vor uns.....was machen die besser im training?

HansWurst
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In welcher Sportart sind sie

denn Weltklasse?

FRED4712
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ich habe einen beruf erlernt

wo man das ergebnis, jedenfalls einiges davon, noch in 100 jahren wird sehen können.....trifft das auch auf einen paddler zu????.....nebenbei war das nicht das thema.......was kann man sich davon abbeissen, bei olympia 47 . geworden zu sein????

dude
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Ich gratulieren Ihnen von Herzen zu Ihrem Selbstwertgefühl, lieber Fred!

Es kann nicht jeder von sich behaupten, dass man seine Spuren auch noch in 100 Jahren sehen wird! Im Grunde können das die Wenigsten!
Herzlichen Glückwunsch!

FRED4712
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tatsachen haben eher selten mit Gefühl zu tun....

ich denke wir sind uns einig, dass die münchner U-Bahn auch noch in 100 Jahren bestehen wird (sofern die welt nicht untergeht vorher).....da ich in nicht unerheblichen maße an der planung mehrerer Baulose beteiligt war (neben hunderten anderen Bauprojekten), ist meine Annahme wohl richtig....alles klar?

FRED4712
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wie gesagt...

ich schon

schetzgo
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Damengolf/Österreich war nur mehr peinlich

Marathon der Herren dito

anonymus21
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Golf

War tatsächlich auch dabei?