In einem Kegel aus Licht steht zu Beginn ein verlassenes Mikrofon auf der dunklen Bühne. "Le Diable (Ça Va)" erklingt. Die Liedtexte des verstorbenen Sängers Jacques Brel werden auf eine Leinwand projiziert - später auch seine schlaksige Silhouette und sein charismatisches Gesicht. Die Lieder des flämischen Dichters sind voller Melancholie und Verzweiflung. Er singt vom Teufel, der mit Genugtuung feststellt, dass es um die Welt sehr schlecht bestellt ist.
Wien
De Keersmaeker tanzt mit Gen Z: "Brel" bei ImPulsTanz
Sie tanzt bellende Hunde, sie dreht sich rechts, links, tanzt vorwärts und rückwärts, mal in Hosen, mal in Unterwäsche und manchmal ohne. Anne Teresa De Keersmaeker ist 65 Jahre alt. Egal. "Flämische Frauen lassen sich nicht so leicht entmutigen", hört man, Jacques Brel singen. Dem Chansonnier haben die flämische Choreografin und der französische Tänzer Solal Mariotte ihr gleichnamiges Stück gewidmet. Ein konträres, fantastisches Duo sah man Montagabend im Akademietheater.
© APA/Anne Van Aerschot