Extremwettereignisse mit Starkregen und Überschwemmungen mögen oftmals einen anderen Eindruck hinterlassen, zwei Satelliten bestätigen hingegen, wie sich das Grundwasser in Europa auf niedrigem Niveau bewegt. Die Zwillingssatelliten, die die Erkenntnisse ermöglichen, umrunden seit 2002 den Erdball in knapp 490 Kilometern Höhe rund 15 Mal am Tag. An ihrer Datenauswertung sind im Rahmen des EU-Projekts "Global Gravity-based Groundwater Product" (G3P) Wissenschafter der TU Graz beteiligt, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. "Wir kriegen hier tatsächlich Probleme mit der Wasserversorgung, da müssen wir uns Gedanken machen", fasste Torsten Mayer-Gürr vom Institut für Geodäsie an der TU Graz die bisherigen Auswertungen zusammen. Der Forscher leitet die Arbeitsgruppe Theoretische Geodäsie und Satellitengeodäsie an der TU und beschäftigt sich mit großräumigen Veränderungen auf der Erde, insbesondere im Rahmen des Klimawandels.
Chronik
Grundwasservermessung aus dem Weltall zeigt Mangel in Europa
Ausgetrocknete Flussbetten, trockene Böden, Wasserkraftwerke ohne ausreichend Wasser - europaweit ist seit Jahren weniger Wasser vorhanden als nötig. Die Grundwasserspiegel sind auf dem gesamten Kontinent seit 2018 konstant niedrig. Das belegen nun auch Daten aus einem EU-Projekt, an dem Wissenschafter des Instituts für Geodäsie an der TU Graz mitgewirkt haben. Mithilfe von Satellitengravimetrie können sogenannte Geodäten Veränderungen im Grundwasser global erfassen.
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