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Mehr als 30 Tote bei Luftangriff auf Schule in Syrien

Bei einem Luftangriff auf ein von Flüchtlingen bewohntes Schulgebäude in Nordsyrien sind mindestens 33 Zivilisten getötet worden. Wahrscheinlich seien Jets der US-geführten Koalition für die Bombardierung des von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Ortes Al-Mansoura in der Nacht auf Dienstag verantwortlich, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

© AFP
 

Nur zwei Überlebende seien aus den Trümmern geborgen worden. Bei den Opfern handle es sich um Flüchtlinge aus Raqqa, Aleppo und Homs, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen. Das Pentagon in Washington erklärte nach Bekanntwerden der Geschehnisse, es werde eine Untersuchung dazu geben.

Die Kämpfe im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus gingen indes auch einen Tag vor Beginn der neuen Genfer Syrien-Verhandlungen weiter. Regierungstruppen und islamistische Milizen hätten sich heftige Gefechte geliefert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Kampfjets flogen demnach mehrere Luftangriffe gegen die Rebellen.

Damaskus hatte bereits in den vergangenen Tagen die heftigsten Kämpfe seit rund zwei Jahren erlebt. Syriens Hauptstadt war seit Beginn des Konflikts vor rund sechs Jahren von Kämpfen weitestgehend verschont geblieben. Im Osten der Hauptstadt gibt es jedoch eine Enklave, die von Rebellen kontrolliert wird. Sie steht seit langem unter Blockade. Zehntausende Menschen sind dort eingeschlossen.

In Washington kommen auf Einladung von US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwoch die Außenminister der Anti-IS-Koalition zusammen. Auch Österreich gehört dem von den USA angeführten Bündnis aus 68 Staaten an und wird durch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten.

Die US-geführte Koalition hatte im Jahr 2014 Luftangriffe in Syrien gestartet, nachdem der IS große Gebiete in dem Bürgerkriegsland erobert hatte. Die von der Koalition unterstützten Kräfte rückten unterdessen in die Nähe der IS-"Hauptstadt" Raqqa vor.

Auch im Irak beteiligt sich die Koalition am Kampf gegen den IS. Mit Unterstützung der Allianz hat die irakische Regierungsarmee inzwischen große Teile der IS-Hochburg Mosul erobert.

Im umkämpften Westteil Mosuls leistet der IS heftige Gegenwehr. Die Islamistenmiliz nahm am Mittwoch Militärkreisen zufolge Viertel mit Granaten unter Beschuss, die erst kürzlich von irakischen Einheiten zurückerobert worden waren. Dabei seien mindestens fünf Zivilisten getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Schätzungen zufolge befinden sich noch rund 600.000 Zivilisten im Westen Mosuls.

Die Schlacht um Mosul, die letzte verbliebene IS-Hochburg im Irak, geht in den sechsten Monat. Irakische Einheiten haben mit Unterstützung von US-Luftangriffen den Osten der Stadt und mehr als die Hälfte des Westens wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Momentan konzentrieren sich die Gefechte auf die Al-Nouri-Moschee in der Altstadt, in der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi 2014 ein Kalifat ausgerufen hat, ein streng islamisches Reich im Irak und in Syrien.

Bei den Angriffen werden vielfach auch unbeteiligte Zivilisten getötet. Anfang März hatte die Koalition die Gesamtzahl von 220 unbeabsichtigt getöteten Zivilisten in Syrien und Irak angegeben, doch Beobachter gehen von einer deutlich höheren Zahl aus.

In dem seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden insgesamt bereits mehr als 320.000 Menschen getötet und Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Der Konflikt begann im März 2011 mit Protesten gegen Machthaber Bashar al-Assad, inzwischen kämpft eine Vielzahl von Rebellengruppen gegen Assads Truppen und teilweise auch gegeneinander.

Am Dienstag starteten die Jihadisten der Fatah-al-Sham-Front und mit ihnen verbündete Aufständische eine neue Offensive auf ein strategisch wichtiges Gebiet im Zentrum von Syrien. Das Bündnis Tahrir-al-Sham griff nach Angaben eines Sprechers Armeestellungen in der Provinz Hama an. Sie hätten mehrere Dörfer eingenommen.

Tahrir al-Sham veröffentlichte Fotos von einer Explosion und erklärte dazu, das Bündnis habe einen Selbstmordanschlag auf einen Kontrollposten der Regierung in der Ortschaft Suran verübt. Die Beobachtungsstelle erklärte, das Bündnis habe Suran und andere Dörfer eingenommen. Laut Abdel Rahman nahmen die Rebellen am Mittwoch weitere Dörfer ein und rückten trotz heftiger syrischer und russischer Luftangriffe weiter in von der Regierung kontrollierte Gebiete vor.

Die Provinz Hama ist für Assads Truppen von strategischer Bedeutung, weil sie die stark von Jihadisten und anderen Rebellen infiltrierte Provinz Idlib von mehreren Regierungshochburgen trennt, darunter die Hauptstadt Damaskus.

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