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150 Millionen Euro teurerBeamtenpensionen kosten Bund viel mehr als geplant

Die Beamtenpensionen kosten den Bund bereits mehr als jene von Arbeitnehmern, Bauern und Selbstständigen. Besonders stark gestiegen ist 2018 der EU-Beitrag.

Beamtenpensionen
© dpa/dpaweb
 

Der Bundeszuschuss zu den Pensionen ist 2018 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Das geht aus den vom Finanzministerium veröffentlichten Budgetzahlen hervor. Allerdings war der Anstieg deutlich geringer als erwartet. Und die Beamtenpensionen kosten den Bund bereits mehr als jene von Arbeitnehmern, Bauern und Selbstständigen. Besonders stark gestiegen ist 2018 der EU-Beitrag.

Der Bundesbeitrag deckt jene Pensionsausgaben ab, die Bauern, Unternehmer und Arbeitnehmer nicht durch die laufenden Beiträge finanzieren können. Dieser Zuschuss war zuletzt rückläufig und ist von 10,4 Mrd. Euro im Jahr 2014 auf 9,0 Mrd. Euro 2017 gesunken. Im Vorjahr gab es nun erstmals wieder einen Anstieg auf 9,2 Mrd. Euro. Das ist allerdings immer noch um 340 Mio. Euro weniger als ursprünglich erwartet, wie aus den Zahlen des Finanzministeriums () hervorgeht.

Beamtenpensionen stark gestiegen

Stärker als erwartet sind im Vorjahr dagegen die Pensionskosten der Beamten gewachsen: mit 9,4 Mrd. Euro hat der Bund hier fast 150 Mio. Euro mehr ausgegeben als geplant. Damit hat die Alterssicherung der Beamten den Bund schon im zweiten Jahr in Folge mehr gekostet als der Zuschuss zu den Pensionen der Privatwirtschaft.

Die Mehrkosten bei den Beamtenpensionen werden damit begründet, dass sowohl die Anzahl der Pensionisten als auch die Pensionshöhen bei der Budgetplanung unterschätzt wurden. Als Grund für den vergleichsweise geringen Anstieg des Bundeszuschusses zu den Pensionen der Privatwirtschaft nennt das Finanzministerium u.a. die positive Wirtschaftsentwicklung (also die dank guter Beschäftigungslage hohen Pensionsbeiträge, Anm.).

EU-Beitrag stark gestiegen

Stark gestiegen ist im Vorjahr der EU-Beitrag - und zwar um mehr als ein Drittel auf 3,6 Mrd. Euro (plus 992 Mio. Euro). Zurückgeführt wird das darauf, dass Zahlungen für EU-Förderprogramme von 2017 auf 2018 verschoben werden mussten und dass Österreich wegen seiner guten Wirtschaftsentwicklung einen insgesamt höheren Anteil zu tragen hat, während Großbritannien wegen der Schwäche seiner Wirtschaft und der Abwertung des britischen Pfund weniger bezahlt.

Insgesamt hat der Bund im Vorjahr 78 Mrd. Euro ausgegeben und 76,9 Mrd. Euro eingenommen - bleibt also ein Minus im Bundeshaushalt von 1,1 Mrd. Euro. Die gemeinsamen Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind mit vier Prozent (auf 88,2 Mrd. Euro) fast doppelt so stark wie erwartet (2,2 Prozent) gestiegen. Ein Drittel dieser Einnahmen geht an Länder und Gemeinden, zwei Drittel bleiben beim Bund. Deutlich gewachsen sind auch andere Einnahmequellen des Bundes - etwa im Sozialbereich (die Dotierung des Pflegefonds) oder Justiz (Gerichtsgebühren). Weniger Geld gab es im Vorjahr für den Familienlastenausgleichsfonds (minus 115 Mio. Euro), weil hier die Arbeitgeberbeiträge gesenkt wurden.

Kommentare (16)

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fortus01
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einiges zum Nachdenken

Die durchschnittliche Beamtenpesnsion ist höher, als das durchschnittliche AKTIV-Gehalt eines Angestellten.
Bei der Pensionsreform des ersten großen Schweigers wurde der Stichtag für den Wechsel ins neue Pensionssystem (zB. Durchrechnungszeitraum die gesamten Berufsjahre) mit 1.1.1955 festgelegt, für die Beamten mit 1.1.1975;
Die vielzitierte Abfertigung gibt es in dieser Form in der "Privatwirtschaft" schon lange nicht mehr.
Selbst wenn man ein "volle" Abfertigung bekäme, ist diese durch den Unterschied in der Höhe der Pensionen der Beamten zur ASVG relativ schnell wett gemacht - eine entsprechende Tabelle kann ich gern nachliefern.
Und am wichtigsten überhaupt -die Pragmatisierung ist mit Ausnahme der Justiz und der Polizei absolut unnötig!

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rochuskobler
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Maden im Speck

Beamte sind die berühmten Maden im Speck des Sozialstaates Östereich. Der Zuschuss aus dem Steuertopf ist etwa gleich hoch wie für die ASVG Pensionen, nur sind die Beamtenpensionisten nur ein Drittel der ASVG Pensionisten . Also ist die durchschnittliche Beamtenpension 3 Mal so hoch wie eine durchschnittliche ASVG Pension. So schaut’s aus und keiner tut was. Da ist die Politik einfach nur feig.

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cindymax1
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Zuschuß für Beamtenpensionisten.

@ Rochus...
wenn man sich nicht informiert, bevor man etwas schreibt, dann kommt es zu solchen Aussagen.
Der Bund fungiert als Dienstgeber für seine Beamten und er zahlt keine Pensionsversicherungsbeiträge für sie, sondern er übernimmt es stattdessen selbst, für die Altersversorgung der Beamten aufzukommen. Dies als Unterschied zum ASVG. wo auch der Dienstgeber Pensionsversicherungsbeiträge einzahlt.

Damit dürfte wohl klar sein, dass es hier zu höheren Zuschüssen kommen muss, wenn ein Beamter in Pension geht.

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rochuskobler
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Blödsinn

Es ist unser Geld, Steuergeld. Niemand kann erklären, warum dir Beamten 3 mal soviel Pension beziehen. Dafür das sie immer geschützt waren und sich nie einen Haxn ausgerissen haben, mir völlig unverständlich.

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Mein Graz
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@rochuskobler

Hast du dir schon mal überlegt, was für Berufe die sg. "Beamten" - die es nur mehr in der Hoheitsverwaltung gibt, alle anderen sind Vertragsbedienstete - abdecken?
Da geht es nicht nur um den im Büro sitzenden, von denen du Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis oder Reisepass bekommst, da sind auch alle beinhaltet, die dein Leben Tag täglich erleichtern:
Müllabfuhr, Bedienstete in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen (bevor die Frage dazu kommt: etwa die GGZ), Polizei, Zoll, Kanalarbeiter, die Impfstelle (jetzt besonders aktuell) uvm.

Und dann kommen so nette Zeitgenossen und behaupten, "die Beamten" bekommen 2 x so viel Pension und haben sich "nie einen Haxn ausgerissen".
Was glaubst du denn, was einer von der Müllabfuhr kriegt? Oder eine Krankenschwester, die sich das Kreuz ruiniert hat und in Frühpension gehen musste?

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cindymax1
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@ Rochus...

haben sie nie versucht, in dieses Paradies zu gelangen?

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rochuskobler
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Beamte, warum nicht ins Paradies vorgedrungen?

..ich hab immer hart gearbeitet und meinen Lebensunterhalt ehrlich bestritten. Hatte aber beruflich sehr viel mit wirklichen Beamten, vor allem in Wien, Stadt und Bund, zu tun. Was ich da erlebt habe an Inkompetenz, Faulheit und Ignoranz kann man gar nich beschreiben. Und dafür werden dir in der Pension fürstlich belohnt.

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cindymax1
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@Rochus....

haben sie nun versucht, Beamter zu werden oder nicht?

Und wenn nicht, warum?

Hätten das ganze Berufsleben faul sein können und keine ehrliche Arbeit leisten müssen.
Dafür hätten sie eine fürstliche Pension bekommen.

Weil sie dies anscheinend nicht getan haben, brauchen sie die Schuld nicht bei den Beamten, sondern alleine bei sich selbst suchen.

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rochuskobler
1
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..warum nicht Beamter geworden

...ich bin jedenfalls keine Made im Speck des Staates Österreich und kann mich jeden Tag in den Spiegel schauen.

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wolebenwir
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Zyniker

Was soll dieser Kommentar? Da freut sich wohl ein Beamter. Aber warum eigentlich? Warum verhöhnen sie andere?

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Reipsi
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Und wennst mit einem

Beamten redest, zahlen sie ja so alles selber, nur das die Steuerzahler dazu zahlen wollen sie nicht begreifen.

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walterkaernten
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beamtenpension

Der Headline ist falsch. Richtig wäre:
Beamtenpension kostet dem STEUERZAHLER mehr.....

Das wäre die aufgabe der AK:
Endlich darauf zu drängen, dass die Ungerechtigkeit zwischen ASVG und anderen, besonders BEAMTEN abgestellt wird.
Entweder ALLE die beamtenenregelung, oder ALLE die ASVG regelung.

Nur zur vorinfo wenn jemand schreibt, dass beamte keine abfertigung bekommen:
Die beamten bekommen einen TREUEBONUS je nach Dienstjahren. Der im durchschnitt sicher höher ist als die abfertigung der ASVG

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SoundofThunder
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🤔

Deswegen soll jeder in das Beamtenschema hochgestuft werden. Ein System für alle,wie Sie jeden Tag schreiben. Sie zahlen einen erhöhten Pensionssicherungsbeitrag ein. Und im Ruhestand ebenso. Und keine Abfertigung. Und dieser Treuebonus ist nach 25 Jahren 3 Monatsgehälter Brutto und nach 40 Jahren 5 Monatsgehälter. Ist bei weitem nicht so viel wie die Abfertigung.

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minerva
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mit solch ...... Kommentaren

war zu rechnen

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karlmayerkainach
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Verschlafen

walterkaernten, Sie scheinen die Regelungen bei den Beamtenpensionen in den vergangenen Jahren verschlafen zu haben (Abschläge wie bei ASVG).
Und: Die Beamtenpensionisten (auch Postzusteller usw.) zahlen dreieinhalb Prozent Pensionssicherungsbeitrag. Da es jahrelang praktisch keine Pragmatisierungen (also Beamte) mehr gab, sinken natürlich auch die Beitragszahlungen rapid. Dass sich die Beamten-Pensionisten selbst "heimdrehen", um die Kosten zu senken, werden Sie wohl nicht erwarten.

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Mein Graz
8
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@walterkaernten

Was haben dir die "Beamten" (die es nur in der Hoheitsverwaltung gibt, alle anderen sind Vertragsbedienstete) nur angetan, dass du täglich gegen sie wetterst?

Könntest du mir noch mitteilen, wie der "Treuebonus", den Beamte bekommen, berechnet wird? Ich finde da leider nichts...

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